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Mythos oder Wahrheit: „Alte Hunde brauchen kein Training mehr.“
Ganz klar: Mythos! – Ältere Hunde brauchen weiterhin Auslastung – körperlich wie geistig. Sie wollen gefördert werden, sie möchten Teil des Alltags bleiben und nicht „geschont“ werden, bis ihnen langweilig ist.
Natürlich verändert sich die Intensität. Natürlich muss man das Tempo anpassen. Aber die Bedürfnisse bleiben dieselben: Freude, Bewegung, geistige Aktivität, echte Teilhabe am Leben.
Ich habe so viele ältere Hunde begleitet, auch meine eigenen. Und sie alle hatten eines gemeinsam: Das Bedürfnis, weiterhin Hund sein zu dürfen und Teil unseres Alltags zu sein – mit Neugier, Spaß und Aufgaben, die ihnen guttun.
Routinen – und wie wir sie anpassen
Routinen geben Sicherheit: für junge Hunde, erwachsene Hunde und ganz besonders für Senioren. Viele ältere Hunde lieben ihre festen Abläufe – Spaziergänge zu ähnlichen Zeiten, vertraute Wege, ein vorhersehbarer Tagesrhythmus.
Aber Bequemlichkeit – und das kenne ich sehr gut von mir selbst – kann uns Menschen manchmal trügerisch lenken. Es läuft „einfach so mit“. Alles ist eingespielt, angenehm, leicht. Doch genau hier lohnt sich ein liebevoller Blick:
Ist diese Routine gerade mein Bedürfnis – oder wirklich das Bedürfnis meines Hundes?
Manchmal tut eine kleine Abwechslung gut: ein anderer Weg, ein anderes Tempo, ein paar neue Eindrücke. Keine Riesentour – nur kleine, feine Highlights, die das Leben bunt halten.
Das Entscheidende ist: verändern – ja, aber im Tempo Deines Hundes.
Kälte, Nässe und ältere Hunde – warum Wärme jetzt so wichtig ist
Viele Seniorhunde frieren schneller. Ihr Stoffwechsel verändert sich, das Fell isoliert nicht mehr so gut, Muskeln bauen leichter ab. Manche tragen im Winter daher zwei Mäntel – und das ist völlig in Ordnung.
Ich freue mich sehr, dass Hundemäntel heute nicht mehr belächelt werden. Früher hörte man oft: „Der hat doch Fell!“ – Aber Fell ist nicht gleich Fell. Ein Schweizer Sennenhund ist nicht mit einem Windhund zu vergleichen – und schon gar nicht mit einem zarten kleinen Senior.
Wärme ist kein Luxus. Wärme bedeutet Lebensqualität.
Achte darauf, was Dein Hund braucht:
- ein Mantel, der auch den Bauch schützt
- eine zusätzliche Decke im Auto
- ein kurzer Zwischenstopp zum Aufwärmen
Für mich bedeutet Fürsorge, mit offenen Augen und offenem Herzen hinzuschauen – und dem Hund zu zeigen: Du bist wichtig und ich bin für dich da.
Tierarztbesuche – mit Augenmaß und Bauchgefühl
Regelmäßige Checks sind wichtig, gerade wenn Hunde älter werden.
Ein- bis zweimal im Jahr empfehle ich ein Blutbild machen zu lassen, um Veränderungen früh zu erkennen.
Aber: Es braucht auch eine gute Balance. Zu viel Kontrolle kann Hunde stressen – vor allem, wenn Tierarztbesuche für sie schwierig sind. Und zu viel Sorge kann auch uns selbst belasten.
Ich vertraue sehr auf ein Zusammenspiel aus:
- medizinischer Kontrolle
- der eigenen Erfahrung mit dem Hund
- und einem liebevollen, ehrlichen Bauchgefü
Manchmal hilft es, ein kleines Tagebuch zu führen:
- Wie verhält sich mein Hund?
- Wann wirkt mein Hund müde?
- Wann ist mein Hund lebendig und aufmerksam?
- Wann ist der Appetit meines Hundes gut?
- Welche Veränderungen treten wirklich auf?
So lässt sich erkennen, was ein einmaliger Ausreißer ist – und was wirklich Aufmerksamkeit braucht.
Wenn ältere Hunde sich selbst überschätzen
Ein Punkt, den viele kennen: Manche Senioren vergessen, dass sie älter sind. Sie rennen los, springen, powern sich aus – und am Abend tut dann doch etwas weh. Das Herz ist jung – der Körper nicht immer.
Auch hier dürfen wir lernen, zu beobachten und achtsam zu lenken
- kein wildes Ballspiel mehr
- keine wilden Runden im Schnee
- keine unbegrenzten Freilaufmomente, wenn der Hund sich selbst überschätzt
Es ist keine Einschränkung. Es ist ein liebevolles „Ich pass auf dich auf“.
Quality Time – und warum sie für Seniorhunde so wertvoll ist
Es ist einer der berührendsten Aspekte mit älteren Hunden: Sie zeigen uns, was im Leben wirklich zählt.
Ruhe.
Nähe.
Sanfte Berührungen.
Ein Spaziergang ohne Eile.
Eine Massage, die Verspannungen löst.
Ein bisschen Physiotherapie, die Beweglichkeit unterstützt.
Und vor allem: Zeit miteinander. Bewusste Zeit – diese kleinen Goldmomente, in denen die Bindung tiefer wird und das Herz ein bisschen wärmer schlägt.
Wenn wir aktiv etwas für unseren Senior tun – mit den Händen, mit unserer Präsenz, mit Wohlwollen – dann entsteht etwas Wunderschönes: Ein Gefühl von Verbundenheit, das uns beide trägt.
Fazit: Gemeinsam durch die Winterzeit – warm, achtsam und verbunden
Ältere Hunde brauchen keine Mitleidssonderspur. Sie brauchen:
- achtsame Begleitung
- bedingungslose Zugehörigkeit
- Sicherheit ohne Überbehütung
- Abwechslung ohne Überforderung
- Und eine warmherzige Haltung, die ihnen zeigt:
„Du bist genauso wertvoll wie immer – und ich gehe diesen Weg mit dir.“
Ich wünsche Dir und Deinem Hund eine wunderschöne Winterzeit, die erfüllt ist von Nähe, Ruhe und kleinen Momenten, die das Herz wärmen.
Alles Liebe ❤️
Deine Tina
Du hast Lust auf mehr? Dann höre in meine Podcastepisode „Alte Hunde, neue Bedürfnisse – Winterzeit für Senioren“ von Life-Dog-Balance rein. Vielleicht kannst Du noch den einen oder anderen Tipp abstauben.
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