Futteraggression beim Hund - Halterin nimmt Labrador den leeren Napf weg

Futteraggression beim Hund ist ein häufig besprochenes Thema in Hundekreisen. Doch woher kommt eine Futteraggression, wie zeigt sie sich und was kann man dagegen tun?

 

Futteraggression – warum überhaupt?

Es gibt verschiedene Gründe, weshalb ein Hund Futteraggression zeigt. Vielleicht hat er im Laufe seines Lebens ungünstige Erfahrungen gemacht und dabei gelernt, dass Futter eine Ressource ist, die nur begrenzt verfügbar ist. Vielleicht wurde er aber auch vermehrt oder intensiv bei der Futteraufnahme gestört, so dass er durch aggressives Verhalten versucht, sich einen Mindestabstand einzufordern. Auch gut gemeinte, veraltete Trainingsirrtümer á la „Der muss sich sein Futter wegnehmen lassen“, können Grund für eine Futteraggression sein. Schließlich wird dem Hund ersatzlos etwas weggenommen, so dass er sogar allen Grund hat, sein Futter zu verteidigen.

Die Ursachen einer Futteraggression können vielfältig sein, doch eins steht fest: sie basieren auf der Sorge um den Verlust des Futters. Der Hund verteidigt sein Futter nicht, weil er seinem Gegenüber zeigen will, wie toll oder stark er doch ist, im Gegenteil! Futteraggression entsteht in den meisten Fällen aus Angst und Sorge.

 

Wie zeigt sich eine Futteraggression beim Hund?

Häufig kannst Du die Ansätze einer beginnenden Futteraggression schon sehr früh erkennen. Der Hund zeigt Unwohlsein, wenn Du Dich ihm näherst, während er frisst. Er könnte angespannt wirken und Dich mit seinem Blick fixieren. Im späteren Verlauf können knurren und schnappen oder auch heftige Attacken, die sehr gefährlich werden können, folgen.

 

Was kann man gegen eine Futteraggression tun?

Um einer Futteraggression entgegenzuwirken, ist es wichtig, dass Du nicht versuchst, das Symptom, also beispielsweise das Knurren, zu unterbinden. Hier würdest Du lediglich das Knurren strafen, so dass es nicht mehr gezeigt wird. Die Sorge um das Futter würde jedoch bleiben und der Hund in seiner Aggressionsleiter das Knurren beim nächsten Mal überspringen und vielleicht direkt schnappen. Schließlich durfte er nicht knurren und zudem hat es nicht den erhofften Erfolg gebracht.

Die Sorge des Hundes sollte ernst genommen werden und ein gezieltes, stressfreies Training in Angriff genommen werden. Im ersten Schritt ist es wichtig, dass der Hund erfährt, dass ihm nichts weggenommen wird. Er kann lernen, dass es toll ist, wenn Du Dich ihm näherst, während er frisst. Das könnte durch zusätzliche Leckerlis erreicht werden.

Schon im Welpenalter kann ein Hund lernen, dass er davon profitiert, wenn der Mensch den Futternapf an sich nimmt. Hier kannst Du Dir beispielsweise Leber- oder Fleischwurst parat legen, Dich neben Deinen fressenden Welpen setzen und immer mal wieder ein Stück Fleischwurst als Topping in seinen Napf geben. So lernt er schon von Beginn an, dass es nicht schlimm, sondern sogar toll ist.

Auch kann die Handfütterung bei einer Futteraggression helfen, dem Hund ein entspannteres Gefühl zu geben. Bekommt er seine Mahlzeit vermehrt aus den Händen des Menschen, lernt er, dass diese ihm nichts wegnehmen, sondern dass sie ihm etwas geben.

Ein gut und positiv aufgebautes Abgeben von Gegenständen kann ebenfalls einer Futteraggression vorbeugen. Hier lernt der Hund durch ein Tauschgeschäft, dass sich Abgeben richtig lohnen kann. Achte darauf, dass das, was Dir Dein Hund überlässt, für ihn minderwertiger ist als das, was Du ihm dafür anbietest. Schließlich soll es ein für ihn lohnendes Tauschgeschäft sein: trockener, gepresster Knochen gegen gut riechende Fleischwurst oder Käse oder Ähnliches.

Eine solche Tauschübung kann man übrigens auch super in eine Gruppenstunde mit aufnehmen, sofern natürlich die Gruppenkonstellation dafür geeignet ist!

Wie sieht es bei Dir aus? Hast Du schon Erfahrungen in Sachen Futteraggression gemacht oder ist Dein Hund vielleicht selbst betroffen? Hinterlass mir gern eine Nachricht!

Viele Grüße

Deine Tina

2 Kommentare
  1. Stan sagte:

    Unser „Rudel“ besteht aus zwei griechischen Bracken (3 1/2 Jahre alt), einem Kokoni (9 Monate alt) und einem Kater (Alter unbekannt). Die kleinere der Bracken ist futteraggressiv geworden, besonders gegenüber dem Kokoni und dem Kater. Was hast du hier für Ratschläge?

    Liebe Grüße Stan

  2. Kristina Ziemer-Falke sagte:

    Lieber Stan, eine Futteraggression beim Hund entsteht aus der Angst heraus, die Ressource Futter verlieren zu können. Gerade in einer sozialen Gemeinschaft unter Hunden kann es schnell zu solch einer Sorge kommen. Als Managementmaßname kann das getrennte Füttern in verschiedenen Räumen die Situation erst einmal zu entspannen. Ein positiv aufgebautes und schrittweises Training kann die Problematik auf Lange Sicht verbessern, so dass jedes Mitglied der Gemeinschaft in Ruhe fressen kann, ohne die Sorge haben zu müssen, sein Futter verteidigen zu müssen. Alles Gute für Euch! Deine Tina

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