Frustrationstoleranz beim Hund - Hund muss darauf warten, dass Frauchen Leckeli gibt

 

Darf es heute ein bisschen Frust sein?

Jeder von uns kennt die Situation vermutlich: Ich bin im Geschäft, habe meinen Einkauf erledigt, das letzte Häkchen auf der Einkaufsliste gesetzt und mache mich gut gelaunt auf den Weg zur Kasse. Dort angekommen, sehe ich es schon – eine riesige Schlange. Eigentlich hatte ich mir vorgestellt, dass ich höchstens 2 Minuten hier verbringe und in 20 Minuten schon fröhlich kochend in unserer Küche stehe – aber daraus wird nun vermutlich nichts. Wenn ich es mal überhaupt binnen der nächsten 20 Minuten aus diesem Laden hier herausschaffe! Ich bleibe ruhig. Es würde mir nichts bringen, mich aufzuregen. Ich habe in dieser Beziehung eine gute Frustrationstoleranz: Ich akzeptiere das Warten und mache das Beste daraus!

Das ist gut für mich und entspannt ungemein. Jedoch ist mir das Ganze nicht angeboren, sondern ich musste es im Laufe meines Lebens lernen.

Genauso ist es bei unseren Hunden auch. Sie müssen …

  • lernen zu warten.
  • lernen, dass sie nicht alles sofort bekommen können.
  • lernen, dass Frust und Enttäuschung ab und an zum Leben einfach dazu gehört.

 

Frustrationstoleranz

In der Psychologie wird die Frustrationstoleranz als die Fähigkeit, mit Enttäuschungen und Frustrationen umzugehen, beschrieben. Wie gut man damit umgehen kann, ist von Mensch zu Mensch und auch von Hund zu Hund unterschiedlich. Selbstbeherrschung und Geduld wollen erlernt sein.

 

Frustrationstoleranz beim Hund und weshalb sie für Deinen Hund wichtig ist

Auch Hunde sollten lernen geduldig zu warten und Frust zu ertragen. Im Idealfall wird bereits im Welpen- und Junghundealter damit begonnen, die Frustrationstoleranz auf- bzw. auszubauen. Denn im Laufe des Hundelebens wird es immer mal wieder zu Situationen kommen, in denen wir unserem Hund etwas nicht erlauben können oder er einfach einmal in der zweiten Reihe warten muss. Regt sich unser Hund dann auf und kann damit nicht umgehen, wird es für uns beide ungemütlich und stressig und kann u. U. auch gefährlich werden.

Je nach Hundetyp und Rasse lernt der eine Hund leichter Frust zu ertragen, dem anderen fällt es etwas schwerer.

 

Häufige Ursachen für fehlende Frustrationstolzeranz

Viele Hundebesitzer lieben ihre Hunde abgöttisch (das ist ja auch sehr löblich!) und lesen ihrem Hund jeden Wunsch von den Augen ab. Der Hund fordert etwas, der Mensch kommt dem Bedürfnis sofort nach. Jeder gebrachte Ball wird geschmissen, jeder Blick des Hundes in Richtung Gartentür wird mit sofortigem Öffnen quittiert. Ist der Mensch doch einmal nicht schnell genug, wird der Hund ungeduldig, was zur Folge hat, dass der Mensch beim nächsten Mal wieder schneller reagiert … Je intensiver der Hund wird, desto schneller reagiert der Mensch. Der Hund lernt, dass er durch Aufforderung ans Ziel kommt – egal an welches. Geduldiges Warten muss nicht in Erwägung gezogen werden.

 

Übungen für den Alltag mit Deinem Hund

Um die Frustrationstoleranz Deines Hundes zu erhöhen und zu trainieren, kannst Du Übungen folgender Art in Euren Alltag einbauen:

  • Lasse Deinen Hund bei geöffneter Kofferraumklappe noch ein wenig im Auto sitzen, ehe Du ihn aufforderst auszusteigen.
  • Lege ein Leckerchen vor Deinen Hund. Er soll es noch nicht sofort, sondern erst kurze Zeit später fressen, auf Dein Signal hin.
  • Fülle den Napf Deines Hundes und lasse ihn noch eine Zeitlang auf der Arbeitsplatte stehen, ehe er ihn bekommt.
  • Mache Euch für den Spaziergang bereit, gehe aber noch nicht sofort los, sondern erst ein bisschen später.
  • Spiele einmal nicht mit Deinem Hund im Garten, auch wenn ihr das sonst immer tut und er es schon erwartet.
  • Setze Dich während Eures Spaziergangs einfach einmal auf eine Bank und lies etwas.

Wie gut ist die Frustrationstoleranz Deines Hundes? Machst Du gezielte Übungen dazu? Ich freue mich von Dir zu lesen!

Ganz liebe Grüße,

Deine Tina

2 Kommentare
  1. Brita Biermann sagte:

    Lennys Frustationstoleranz ist schon besser geworden,es war früher unterirdisch.
    Ich übe mit einem Ball.Er darf erst hinter dem Ball her,wenn der Blickkontakt erfolgt ist,dann gibt es erst das Signal.Am Anfang war das Signal JETZT,nun reicht ein Kopfnicken von mir.

  2. Kristina Ziemer-Falke sagte:

    Liebe Brita, toll, dass du mit Deinem Lenny schon so gut an der Impulskontrolle und Frustrationstoleranz gearbeitet hast und er jetzt auf Deine Freigabe wartet. Weiterhin ganz viel Erfolg im Training! Alles Liebe, Deine Tina

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