Hellblonder Labrador frisst Futter aus einem Edelstahlnapf

Kennt Ihr schon das Leaky-Gut-Syndrom? Viele Hunde, die Probleme mit ihrem Magen-Darm-Trakt haben, leiden darunter. Es kommt gar nicht so selten vor und könnte ein Hinweis sein, wenn der Hund immer wieder Probleme rund um das Thema Verdauung hat.

Viele Hundehalter befürchten, dass Ihr Hund eine Futtermittelallergie hat. Die Vermutung ist nachvollziehbar, da Symptome, wie regelmäßiger Juckreiz, Ohrenentzündungen, usw. einen Hundehalter dies schnell vermuten lassen. Aber es gibt noch etwas, was es sein könnte. Dazu kriechen wir etwas weiter in die Darmwand:

Das Leaky-Gut-Syndrom

Viele Hunde (…ok, und auch Menschen) leiden unter diesem Syndrom, ohne es selbst zu wissen. Das Gute ist: Man kann etwas dagegen machen! Simpel gesagt: Beim Leaky-Gut-Syndrom ist die Darmwand nicht intakt, genau genommen die Schutzbarriere, die den Hund schützen soll. Unverdaute Nahrungsbestandteile, Toxine (Giftstoffe), Bakterien und deren Stoffwechselprodukte können ungefiltert in den Blutkreislauf gelangen.

Werfen wir einen Blick auf den undichten Darm beim Leaky-Gut-Syndrom…

Als Hundehalter, ist es unsere Aufgabe die hundische Darmwand zu pflegen und Sorge dafür zu tragen, dass es eine intakte Schutzbarriere gibt. Du merkst also, es geht nicht nur darum, dass die Darmwand in Ordnung ist, sondern auch die Schutzbarriere.

Das „Leaky-Gut“-Syndrom steht für Krankheiten, die aus einem „undichten“ Darm entstehen können.

Stress und falsche Ernährung stören das Immunsystem im Hunde-Darm:

  • Stress beeinträchtigt das Immunsystem des Hundes, da sind wir uns bestimmt alle einig. Durch Stress verändert die Aktivierung des Kampf-Oder-Flucht-Systems die Durchblutung im Verdauungstrakt und verändert so die Verhältnisse. Das geht innerhalb von Millisekunden und alles wird aufgerüttelt. Adrenalin macht reaktionsfähig. Zudem stört und schwächt Cortison das Immunsystem. Steht ein Hund unter starker Anspannung – und das für längere Zeit – so wird auch das Immunsystem zwangsläufig stärker beansprucht. Ziel ist es also, hier schon einmal Ruhe und Entspannung in den Hund zu bringen.
  • Fertigfutter ist oft ein verändertes Futter. Es wird anders verdaut. Viele Hunde kommen damit gut klar, andere haben ein deutlich eingeschränktes Profil an Bakterien im Darm und sind so empfindlich gegen Krankheiten. Liegt ein Leaky-Gut-Syndrom vor, müssen wir schauen, dass wir ein für den Hund gut verwertbares und verdauliches Futter finden.
  • Nicht zu vergessen sind auch Umwelteinflüsse. Wir Menschen, als auch unsere Hunde bekommen jeden Tag Umweltgifte mit, wie etwa Abgase durch Autos. Auch das, was der Hund direkt beim Einatmen aufnimmt, wenn er über Felder läuft, ist nicht immer ganz erste Sahne…..

Was resultiert nun daraus?

Ein Ungleichgewicht stellt sich bei unseren Darmbakterien ein. Die bösen Darmbakterien bekommen überhand. Dazu gehören etwa:

  • Fäulnisbakterien
  • Gärungsbildende Bakterien

Hingegen sinkt die Anzahl der säuerungsbildenden Bakterien. Es findet also eine Gärung im Darm des Hundes statt. Dabei bilden sich Fuselalkohole. Diese führen zu einer undichten Schutzbarriere. Der Hund vergiftet sich also selbst.

Wie erkenne ich das Leaky-Gut-Syndrom?

Oft betroffen sind Hunde mit:

  • einer Autoimmunkrankheit
  • Allergien oder Futtermittelunverträglichkeiten
  • häufig, sich wiederholenden Infektionen
  • uneindeutigen Darmbeschwerden
  • permanentem Durchfall
  • Stoffwechselkrankheiten

Die Darmflora sollte anhand einer Stuhlprobe des Hundes untersucht werden:

  • die Antikörper (sekretorischer IgA)
  • Zonulin – es sagt etwas über die Dichte der Schleimhaut aus.
  • Alpha 1-Antitrypsin – ist ein Proteaseinhibitor. Er reguliert die Entzündungsreaktionen im Darm. Erhöhte Werte weisen auf eine mögliche durchlässige Darmschleimhaut hin.

Gibt es Abhilfe beim Leaky-Gut-Syndrom?

Hat man die Ursache gefunden, so kann eine Ernährungsumstellung helfen. Der Hund kann dadurch gut unterstützt werden. Zudem können auch einige Prä- oder Probiotika verabreicht werden. Die Behandlung sollte aber unbedingt mit einem Tierheilpraktiker oder Ernährungsberater für Hunde oder einem Tierarzt mit entsprechender Fachrichtung umgesetzt werden, so dass dem Hund schnell und langlebig Abhilfe geschaffen werden kann.

Hast Du schon Erfahrungen gemacht mit Hunden, die unter dem Leaky-Gut-Syndrom leiden? Wie bist Du damit umgegangen? Was schaffte Abhilfe? Ich freue mich auf Deine Kommentare!

Alles Liebe und bis Mittwoch

Deine Tina

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