Thema der Woche – Zielformulierung

HALLO IHR LIEBEN,
WIR SIND ES WIEDER!

Heute widme ich mich einem sehr wichtigen Thema im Hundetraining. – dem Ziel und der Zielformulierung. Es ist wichtig zu wissen, was wir von unseren Hunden wollen und das ihnen so präzise genau wie möglich zu vermitteln, denn nur so klappt die Kommunikation zwischen Mensch und Hund. Inspiriert zu diesem Tagebucheintrag hat mich Rosa, ebenfalls eine angehende Hundetrainerin aus meinem Kurs. Vielen Dank hierfür liebe Rosa J und nun viel Spaß beim Lesen

Auszeit

Ein Ziel sollte immer positiv sein

Positive und negative Zielformulierung

Was genau ist damit gemeint?! Viele gehen auf den Hundeübungsplatz oder in die Hundeschule um die Probleme, die man mit seinem Hund hat in den Griff zu bekommen & eine gemeinsame Lösung zu finden. Eine der ersten Fragen des Hundetrainers lautet meist: „Wie kann ich euch weiterhelfen?“ Sätze wie: „Mein Hund soll nicht dauernd an der Leine ziehen!“ oder „Mich stört, dass er jeden anderen Hund beim Spaziergang anbellen muss!“ kommen wie aus der Pistole aus unserem Mund geschossen. Wir wissen immer was uns an unseren Vierbeinern stört, aber wenn es darum geht, dem Trainer zu sagen, was wir denn eigentlich stattdessen von unseren Hunden wollen, müssen wir echt anfangen zu überlegen!

„Zieh doch nicht immer so!“

Atatt zu sagen „Mein Hund soll nicht ständig an der Leine ziehen!“ sollten wir diese Sätze positiv umformulieren in „Mein Hund soll locker und freudig neben mir, an der Leine gehen“. Ihr fragt euch jetzt sicher warum man darauf wirklich Wert legen sollte, die Antwort ist ganz einfach. Wenn wir immer nur darauf eingehen, was unser Hund NICHT tun soll, legen wir unseren Fokus darauf und nicht auf das eigentlich wichtigste Ziel – was der Hund denn machen soll. Kurz und knapp wir gehen mit dem Hund „ohne alternativen Plan – wie es sich stattdessen verhalten soll“ nach draußen. Mit dieser schlechten Stimmung gehen wir ins Hundetraining oder vor die Haustüre. Schlechte Stimmung beeinflusst das Hundetraining negativ und wenn wir gestresst sind, übertragen wir das auf den Hund. Dieser wird dann wiederum durch uns gestresst und ist in seinem Lernen gehemmt. Der katastrophale Spaziergang oder die chaotische Übungsstunde ist schon vorprogrammiert.

Unser Ziel kennen

Ein ganz wichtiger Satz, den wir uns immer im Hinterkopf behalten sollten! Wieso bieten wir unseren Hunden in solchen Situationen [kurz bevor er das Fehlverhalten zeigen würde] nicht eine positive Alternative? Also eine Alternative, die der Hund stattdessen zeigen soll? Ganz genau – weil wir uns darüber keine Gedanken machen. Ich gebe zu, ich habe vor meiner Hundetrainerausbildung Finn meist auch nur gesagt, was er unterlassen soll und ihm wenn dann nur unterbewusst eine Alternative geboten, da ich in solchen Momenten selbst nicht wusste, was ich jetzt eigentlich von ihm will. Und genau das ist der entscheidende Punkt im Training. Wenn wir in stressigen Situationen unseren Hund sicher und mit einer positiven Alternative anleiten, werden sich unsere Probleme verringern oder einstellen. Natürlich sollte die positive Alternative, die wir von unserem Hund verlangen vorher schon trainiert worden sein und man sollte sie zuverlässig abrufen können.

Positive Feinzielformulierung

Zum Schluss habe ich noch ein Beispiel von Finn und mir. Bevor wir uns ans Training gemacht haben, haben wir zuerst unser Feinziel aufgeschrieben, wie Finn sich, wenn die Leine im Halsband eingeklickt ist, Verhalten soll. Am besten können wir uns unsere positive Alternative, anhand der 4 W-Fragen merken.

Unser Ziel – Leinenführigkeit

WAS soll mein Hund machen? – Er soll locker und freudig neben/hinter/vor mir an der Leine laufen. Der Karabiner der Leine hängt locker nach unten.

WO soll mein Hund das machen? – Überall dort, wo ich ihn am Halsband anklicke

WANN soll mein Hund das machen? Immer wenn ich ihn am Halsband anklicke

WIE LANGE soll er das machen? – So lange bis ich ihn von der Leine mache oder ihn am Geschirr anklicke

Mein Fazit:

Wenn wir uns das überlegen und unsere Feinziele im Training schriftlich festhalten, gehen wir mit einem alternativen positiven Plan aus dem Haus und können Führung übernehmen. Das gibt nicht nur uns Sicherheit, sondern auch unserem Hund [Stimmungsübertragung]. Der Hund versteht uns jetzt. Die Kommunikation zwischen Finn und mir ist dadurch so viel besser geworden. Ich habe alle unsere Ziele positiv umformuliert, und somit gehen wir schon mit einer ganz anderen Grundstimmung an die Übung heran. Oft muss man es selbst ausprobieren um es überhaupt glauben zu können.

Bis zum nächsten mal!

Pfote, Lisa & Finn

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