Uschis Blog Hundetrainer

Hallo ihr Lieben,
wir sind es wieder!

Das Kapitel 3 von Lektion 10, Wesenstest ist unglaublich spannend. Ich google natürlich erst einmal den Bayern-Test, der sich nicht groß unterscheidet, außer dass die Rottweiler hier als Listenhunde gelten und bei bestandener Wesensprüfung ein Negativ-Zeugnis ausgestellt wird.

05. Mai 2017 // Woche 35

Negativ heißt eigentlich positiv

Negativ heißt bei diesem Wesenstest also eigentlich positiv: der Hund ist nicht gefährlich. Die Anforderungen sind aber in etwa die gleichen und ich stolpere sofort über den Satz „Verhalten gegenüber anderen Tieren (Tauben, Katzen, Kaninchen)“. Die Hunde sollen gleichmütig dran vorbeigehen. Prima, dass meine beiden diesen Wesenstest nicht machen müssen. Jogger, Radfahrer, Kinderwagen sind ihnen egal, da schauen sie kaum noch hin. Aber die Tauben – ob mit oder ohne Leine – müssen ihrer Ansicht nach verjagt werden. Sobald sie auffliegen, ist zwar Ruhe, aber bei einem Wesenstest? Durch Menschenmengen hindurch habe ich meine zwei noch nie gelotst, warum auch. Wir leben auf dem Land und wenn ich shoppen gehe, bleiben die Hunde daheim. Was sie tun würden, wenn jemand drohend auf sie zukommt, weiß ich nicht, hat noch nie einer versucht.

Wie würden Cora und China reagieren?

Ich denke, Chica wäre einfach nur verblüfft, weil sie nur nette Menschen kennt, die sie niedlich finden. Und Cora, die ohnehin nicht kontaktfreudig fremden Menschen gegenüber ist, würde vermutlich zurückschrecken und ausweichen. Mit anderen Hunden sind die beiden nicht so dicke. Vermutlich, weil ja sich haben. Angeleint zeigen sie keinerlei Interesse, im Freilauf beschnuppert man sich und die zwei gehen ihrer Wege. Wenn ein Hund zu aufdringlich wird und unbedingt spielen will, schnappt Cora in die Luft und sofort ist ruhe. Bis jetzt wenigstens gab’s nie Ärger.

Was macht der Halter beim Wesenstest?

Was ich nirgends finde: Darf man als Halter während der Prüfung auf den Hund einwirken? Und zwar nicht nur beim Test der Signalkontrolle, sondern auch bei den Reizen? Muss man da zuschauen, wie der Hund reagiert und erst eingreifen, wenn er unerwünschtes Verhalten zeigt? Oder anders: Muss ein per se oder nach einem Zwischenfall als gefährlich eingestufter Hund wirklich so gleichgültig gegenüber allem und jedem gemacht werden, dass er nicht einmal mehr anspannt? Vielleicht sehe ich das ja zu krass, aber ich hoffe, dass ich nie einen solchen Hund auf den Wesenstest vorbereiten muss. Dass es bei manchen gar nicht geht, dass man also auch alternative Wege sehen und gehen muss, zeigt ja das Beispiel von Popeye im Skript. Ich kann’s mir nicht verkneifen und mache die Aufbautrainingssituationen mit meinen. Nur mal schauen. Außer dass die jeweils nicht getestete Hündin, die warten muss, das nicht wirklich ruhig tut, klappt alles ganz gut. Bis auf den Maulkorb, den kennen beide nicht und ich lasse die Übung auch aus.

Fazit:

Höchste Bewunderung denen, die Halter auf den Test vorbereiten müssen. Bis ich bereit für den Wesenstest bin, muss ich noch verdammt viel an innerer Sicherheit aufbauen.

uschi-birr-profilbild

Name: Uschi Birr

Namen der Hunde: Chica, Cora

Wer bin ich? Hundefreundin, Menschenfreundin, Journalistin

Wäre mein Hund ein Mensch, wäre er…? Chica wäre ein Stille-Wasser-Mensch, der immer seinen Willen durchsetzt. Cora ein Triathlon-Athlet.

Ich liebe Hunde, weil…? Sie mir zeigen, wie toll das Leben ist und wie man es am besten meistert.