Jungem Hund wird von Tierärztin die Pfote bandagiert
25. Februar 2019 /
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Übungen zum Medical-Training mit dem eigenen Hund – und warum es so wichtig ist

Musst Du mit Deinem Hund zum Tierarzt, ist dies meist eine Ausnahmesituation. Dein Hund lässt sich plötzlich nicht mehr so entspannt anfassen wie sonst. Er merkt natürlich gleich, dass Du auch angespannter bist als üblich und der Kontext eh ein anderer ist. Unbekannte Berührungen können folglich noch mehr stressen. Unsere Aufgabe als Trainer besteht darin, die Hunde als auch unsere Kunden dafür zu sensibilisieren. Ab der Welpengruppe in der Hundeschule kann es schon losgehen.

 

Das Tierarzttraining kannst Du schon von klein auf mit Deinem Hund durchführen. Übe mit ihm …

… dass er sich am ganzen Körper anfassen lässt, insbesondere:

  • am Bauch
  • an den Pfotenballen
  • an den Ohren (zur Ohrenkontrolle)

… das Anheben seiner Lefzen und das Öffnen seiner Schnauze:

  • zur Begutachtung der Schleimhäute
  • zur Begutachtung seiner Zähne

Steigerung wäre: Deinen Hund entspannt hochheben zu können.

 

Vorbereitende Maßnahmen:

  • Gewöhne Deinen Hund durch langsame Annäherungsschritte, dass er sich überall anfassen lässt.
  • Vielleicht kannst Du bei Deinem Tierarzt einmal nachfragen, ob Du Dich mit Deinem Hund kurz im Wartezimmer oder in anderen Praxisräumen aufhalten darfst. Dort übst Du mit Deinem Hund die Berührungen weiter. Danach geht ihr wieder. Lob natürlich nicht vergessen ;-).

 

Für das Training in den Räumlichkeiten der Tierarztpraxis sind folgende Punkte wichtig:

  • Nimm Dir Zeit für den Besuch.
  • Nimm Lieblingsleckerchen oder das Lieblingsspielzeug Deines Hundes mit.
  • Zeigt Dein Hund bereits vor Eintritt der Praxis Angstanzeichen, ist hier die Reizgrenze und auch die erste Trainingsstation.
  • Weiterhin sollte Dein Hund erst die Praxisräume betreten, wenn er angstfrei ist. Für einzelne Räume innerhalb der Praxis gilt das Gleiche. Es bringt nichts, wenn wir den Hund zwar durch alle Räume „ziehen“, er aber Angstverhalten zeigt. Lieber erfolgreich bei der Annahme trainieren, im entspannten Zustand aufhören und das Training an einem anderen Tag fortsetzen.
  • Dein Hund sollte angeleint bleiben! Er könnte im schlimmsten Fall fliehen oder den Kontakt zu anderen Tieren im Wartebereich suchen. Dies löst Unbehagen bei anderen Besitzern und den Tieren aus. Oder es kann zu Beißereien kommen.
  • Sollte ein Tierarztbesuch nötig werden, obwohl Dein Hund noch Angstverhalten zeigt und das Training noch nicht abgeschlossen ist, macht es Sinn, ihn im Auto warten zu lassen bis er an der Reihe ist. Natürlich ist die Voraussetzung, dass er das Autofahren mag und das Auto als Ort der Entspannung ansieht! Zudem helfen kleine Spaziergänge. Dein Hund muss somit nicht in die Praxis und kann zudem Stress durch Bewegung abbauen.

Das Training läuft also immer separat und in kleinen Schritten ab. Dein Hund sollte Dir bei allen Übungen vertrauen, umso entspannter wird er sein. Berichte mir gerne von Deinen Erfolgen und Deinen Trainingsschritten.

Alles Liebe und eine gute Woche!

Deine Tina

Kristina Ziemer-Falke

Sie ist Hundetrainerin und Verhaltensberaterin mit Leib und Seele. Ihre zahlreichen ergänzenden Ausbildungen auf dem Gebiet der Hundeerziehung und -ernährung, der Tierheilpraxis und des Hundesports sowie ihre langjährige Praxiserfahrung als Dozentin und Hundetrainerin machen Sie zu einer echten Hunde- und Menschenversteherin. Doch ihr Herz schlägt nicht nur für Vierbeiner. Kristina engagiert sich stark für den Nachwuchs und ist aktiv im Prüfungsausschuss der Tierärztekammer Niedersachsen für Hundetrainerzertifizierungen. Mit ihrem Mann Jörg teilt sie ihre große Leidenschaft. 2011 gründeten sie gemeinsam das Ziemer & Falke-Schulungszentrum, das sie seither mit viel Herzblut und Erfolg und zahlreichen Standorten in ganz Deutschland führen.

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