Uschis Blog - Woche 7

03. Februar 2016 // Woche 06

Hallo ihr Lieben,
wir sind es wieder!

Kapitel 3 von Lektion 2 ist das bisher spannendste und ich verschlinge es. Toll, wie alles auf den Punkt gebracht ist, wie viele Aspekte sich zum Lernen finden lassen. Auch wenn ich finde, dass ich das eigentlich alles weiß, ergeben sich neue Zusammenhänge.

Ich bin noch voll im Thema, als wir rausgehen. Raus in die erste weiße richtige Pracht und ordentlichen Minustemperaturen. Die Hunde toben im Schnee, wir sind länger draußen als sonst, weil’s gar zu schön ist. Auf dem Rückweg treffen wir den Radfahrer, den wir immer treffen. Es ist dunkel, kalt und verschneit. Aber dunkel ist es sonst auch immer. Und genau heute verbellt Cora den Radler, und ich verkneife mit den Satz „Das hat sie noch nie gemacht“, schlucke meinen Ärger runter und rufe mit glockenheller Stimme. Cora kommt, Chica hat ohnehin kein Interesse gezeigt. Beide bekommen ihr Leckerchen.

Ich bin grimmiger Stimmung und vielleicht kann ich was zur noch weitgehend unerforschten Stimmungsübertragung beitragen. Mein großer braver Hund knallt nämlich durch. Sie hat ihr Leckerchen knapp runtergeschluckt, da rast sie auf einmal los. Einfach so, zieht Kreise, überquert die Straße (hat sie noch nie gemacht), saust in den Park. Ich bleibe ruhig, suche nach Tierspuren (keine da), nach anderen Ursachen für die plötzliche Raserei (keine gefunden), da kommt der Schneeräumer. Ich vergesse sämtliche Prinzipien der Hundeerziehung, rufe und pfeife sinnlos nach Cora, die weiter wie eine Rakete durch die Gegend schießt.

Der Schneeräumer bleibt stehen, ein Mann steigt aus, verkreuzt die Arme, grinst (das seh’ ich auch im Dunkeln) und schaut zu. Ich stelle mich auf die Straße, weil sich der nächste Schneeräumer durch Blinken ankündigt. Dann kommt auch noch ein Mülllaster. Gut, dass niemand sehen kann, wie rot ich im Gesicht bin. Drei Männer stehen jetzt in der Nähe und beobachten das Geschehen.

Ich komme langsam wieder runter, mein Omm-Unterricht wirkt. Ganz leise und sanft rufe ich beide Hunde (obwohl Chica wie bei Obedience neben mir steht) und versorge Chica mit Wurststückchen. Und oh Wunder, meine Große kommt schwanzwedelnd, bestens gelaunt, ein bisschen außer Atem her, setzt sich vor mich, lässt sich anleinen, springt ins Auto. Ich bewundere mich selbst für mein „Fein gemacht“ und grüble. Wessen Stimmung hat sich hier auf wen übertragen? Mein Ärger, weil sie den Radfahrer verbellt hat? Meine Aufregung, als sie auf die Straße gelaufen ist? Oder ist sie einfach kurzfristig zum Alien mutiert? Daheim lese ich nochmal das ganze Kapitel durch, übe „Omm“, weil mir der Morgen immer noch nachhängt.

Das ist drei Tage her. Die beiden haben den Radler wieder getroffen und wie auch sonst immer ignoriert. An der Durchknallstelle ist nichts passiert, Cora ist neben mir gelaufen wie immer. Das Rätsel wird sich nicht lösen lassen. Aber ich weiß immerhin, dass meine ganze Souveränität und Dauerruhe schnell aus dem Gleichgewicht geraten können. Vielleicht sollte ich zusätzlich noch einen Yoga-Kurs belegen?

uschi-birr-profilbild

Name: Uschi Birr

Namen der Hunde: Chica, Cora

Wer bin ich? Hundefreundin, Menschenfreundin, Journalistin

Wäre mein Hund ein Mensch, wäre er…? Chica wäre ein Stille-Wasser-Mensch, der immer seinen Willen durchsetzt. Cora ein Triathlon-Athlet.

Ich liebe Hunde, weil…? Sie mir zeigen, wie toll das Leben ist und wie man es am besten meistert.