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21. August 2017 // Woche 39

Helferlein, steht mir weiter bei

Das letzte Kapitel von Lektion 11 zeigt mir, wie blauäugig ich zunächst mal an das Ganze rangegangen bin. Und wie teilweise dilettantisch auch viele Hundetrainer ihre Dienste anpreisen. Ich spiele für mich selbst mal Interessent für eine Hundeschule in meiner Umgebung. Klar gehe ich zuerst ins Internet. Werde auch sofort fündig. Aber was mir die potentiellen Trainer(innen) – die meisten übrigens weiblich – anbieten, ist überwiegend das Gleiche. Gewaltfrei, spielerisch, kleine Gruppen… Eine Hundeschule hat gerade Urlaub (okay, wir sind in der Ferienzeit), die andere hat keinen Kontaktbogen und eine weitere bietet mir keine Wegbeschreibung an.

Vielleicht ist es ja Zufall, dass gleich die erste telefonische Kontaktaufnahme mir am AB verrät, dass aus privaten Gründen in der nächsten Zeit keine Kurse abgehalten werden. Jedenfalls zeigt es, wie wichtig der Stresstest in Kapitel 3 für jeden ist, der sich neu gründen will.

Ich nehme den Platz, an dem ich mich beteiligen will, unter die Lupe und entdecke: Das Auto mit Beschriftung ist super, auffällig, ein gepflegtes Gefährt, einladend also. Aber das Hinweisschild am Waldweg, über den man zur Schule gelangt, ist längst zugewachsen und nur für Geübte überhaupt zu finden. Dazu viele ungenützte Chancen wie ein großer Schaukasten, in dem nur ein paar veraltete Fotos hängen. Kein Verweis auf Angebote, Kurse, Seminare, Probestunden, obwohl alles angeboten wird. Der Platz sieht einladend aus, Pluspunkt. Aber noch viel Handlungsbedarf.

Ziemer&Falke, hier wäre ein Schlaraffenland für jeden Trainercoach, was die Vermarktung betrifft. Die nächste Hundeschule hat keinen Platz, Verabredungen sind also nur telefonisch möglich, auf öffentlichem Grund. Nicht optimal, gleicht eher einem Blind Date als einer vertrauenswürdigen Kundengewinnung.

Ich habe das erste Gespräch mit den Interessenten für den bald vakanten Hundeplatz und bin positiv überrascht:  Profis, die zwei, beide berufstätig und am Nebenerwerb interessiert. Ich klugscheiße ein bisschen, weil ich das Skript des „Helferlein“-Kapitels noch frisch im Kopf habe. Und kann natürlich punkten, danke liebes Ziemer&Falke-Team. Die beiden Trainerinnen haben viel mehr Erfahrung als ich, aber tagsüber sowie Wochenende ganz gern auf Familie machen. Wir diskutieren, reden auch über Preise, Kosten, Investitionen wie einen Mähroboter, der bei 8000 Quadratmeter viel körperliche Arbeit spart. Meine zwei Hunde benehmen sich, als wären sie die besterzogensten der Welt. Ich weiß (und sie fühlen’s bestimmt auch), dass sie beobachtet werden, wie das halt ist bei einem Kennenlern-Gespräch. Ein Außenstehender würde das vielleicht auf die Hitze schieben, die gerade herrscht und ihnen Müdigkeit und Schlappheit zuschreiben. Kein Aufmerksamkeits-Geheische, kein Gebell, wenn am Zaun ein fremder und entlanggeht und provoziert, Abbruch einer Blitzjagd auf eine superfreche Elster, die sich mitten ins Gras setzt. Freundliches Entgegennehmen von Streicheleinheiten der zwei Trainerinnen, die ihre Hunde nicht dabei haben. Alles ganz relaxt und easy. Den Beweis, dass es nicht das Wetter war, das dieses Superverhalten beeinflusste, sondern ihr Feeling, liefern die beiden selbst. Kaum sind wir raus und machen einen Entspannungsspaziergang, sind wie wieder die alten: Eichhörnchen und Elstern werden gnadenlos vertrieben, beide Hunde liefern sich eine Verfolgungsjagd durchs Gebüsch und Cora buddelt begeistert im Waldboden. Echte Hunde halt, ich liebe sie trotzdem. Und mache mich an Lektion 12, Kapitel 1, die unzähligen Rechtsvorschriften.

uschi-birr-profilbild

Name: Uschi Birr

Namen der Hunde: Chica, Cora

Wer bin ich? Hundefreundin, Menschenfreundin, Journalistin

Wäre mein Hund ein Mensch, wäre er…? Chica wäre ein Stille-Wasser-Mensch, der immer seinen Willen durchsetzt. Cora ein Triathlon-Athlet.

Ich liebe Hunde, weil…? Sie mir zeigen, wie toll das Leben ist und wie man es am besten meistert.