pubertt

29. Juni 2016 // Woche 16

Hallo ihr Lieben,
wir sind es wieder!

Lektion 4 Kapitel 5 wurde extra für mich geschrieben. Endlich ist alles erklär- und entschuldbar. Entweder mit der Pubertät oder dem jeweiligen „Zustand“ der Hündin. Schließlich lebe ich ja mit zwei unkastrierten Hündinnen zusammen, die ja immer in irgendeinem Östrus sind und dementsprechend zickig, unkonzentriert, sogar depressiv sein dürfen.

Hm.. ein ziemlich langer Anöstrus

Blöd nur, dass der Anöstrus bei meinen sehr lange ist. Sie werden nur einmal im Jahr läufig, fast synchron – erst Chica, dann eine Woche drauf Cora – und so ist die Ruhephase mehrere Monate lang, bevor sie wieder zickig, streitlustig und in „Red’-du-nur“ Laune sein dürfen. Scheinträchtigkeit ist auch kein Thema, entweder merke ich es nicht oder sie haben einer Mutterschaft und deren Vertretung abgeschworen.

Die Pubertät und ihre Freuden

Die Pubertät war ebenfalls relativ problemlos, Cora kam zu uns, als Chica gerade ihre erste Läufigkeit hinter sich hatte. Vielleicht musste sie schnell erwachsen werden, um der stürmischen Wuchtbrumme beizubringen, was Hund zum Vorteil gereicht und was nicht erwünscht ist. Cora, die Streberin in der Hundeschule, hat ihre Pubertät voll ausgelebt. Die erste war nicht so schlimm, doch mein Spätentwickler hat so mit anderthalb Jahren richtig aufgedreht. Und nach dem Lehrbuch jegliche Tugend abgelegt. Sie moserte andere Hunde an, fand den Briefträger auf einmal gar nicht mehr toll, hielt die Leine für ein Hemmnis, das sie mit Kraft zu besiegen hoffte und, und, und…Begleitet von den guten Ratschlägen jedermanns auf der Hundewiese (die alle kontraproduktiv waren) ging ich in den Meidemodus über. Besser, niemanden zu treffen als Krawall zu riskieren. Fehler!

Heute weiß ich es besser!

Heute weiß ich es besser, aber ich habe, wie im Script geschrieben, meine Quittung erhalten. Und leider viele Leidensgenossen getroffen. Das mit der Stimmungsübertragung klappte bis zu Coras dritten Geburtstag eigentlich nur von ihr auf mich: Cora spannte an, mein Blutdruckt schoss hoch, Cora bellte und tobte an der Leine (vorwurfsvoll übrigens, sie schaute mich dabei an) und ich begann zu schwitzen. Nochmal möchte ich das nicht mit machen. Dann, einige Wochen nach ihrem vierten Geburtstag, war’s vorbei. Madame mutierte wieder zum Streber und nach außen hin habe ich, so jedenfalls die Kommentare der Mitwelt, zwei Traumhunde, die voll auf mich fixiert sind und sooooo brav. Nur ich allein weiß: Musterhunde sind sie vor Publikum. Zwischendurch, wenn wir drei alleine spazieren gehen, schalten sie schon mal auf Durchzug.

Mein Fazit

Wenn mal wieder gar nichts klappt, dann tröste ich mich damit: Entweder ist es die Neotonie und sie bleiben die ewigen aufsässigen Kinder. Oder es gibt eine dritte Pubertät, die es noch zu entdecken gilt. Immerhin: Alltagstauglich sind die zwei im Augenblick. Sie sind ja im Anöstrus und das noch den Rest des Jahres.

uschi-birr-profilbild

Name: Uschi Birr

Namen der Hunde: Chica, Cora

Wer bin ich? Hundefreundin, Menschenfreundin, Journalistin

Wäre mein Hund ein Mensch, wäre er…? Chica wäre ein Stille-Wasser-Mensch, der immer seinen Willen durchsetzt. Cora ein Triathlon-Athlet.

Ich liebe Hunde, weil…? Sie mir zeigen, wie toll das Leben ist und wie man es am besten meistert.