Problemfall beim Hund

14. Januar 2017 // Woche 25

Hallo ihr Lieben,
wir sind es wieder!

Mein zu lösender Problemfall ist ein Problem. Es ist lausig kalt, neblig, windig und Chica friert erbärmlich. Sie ist definitiv kein Allwetterhund und sämtliche Mäntel taugen entweder nichts oder die kleine Maus läuft keinen Schritt damit. Cora, unternehmungslustig wie immer, saust vor uns zwei Bibbernden her und ich lasse mir zum xten mal Lektion 8 Kapitel 1 durch den Kopf gehen.

Ich bin verunsichert

Das Quiz habe ich im zweiten Anlauf brilliant gelöst, doch beim Ausfüllen der Trainingsbögen für die Problemfälle war ich extrem verunsichert. Ich ertappe mich dabei, dass ich das aufgeführte störende Verhalten automatisch auf meine zwei übertrage. Und da wüsste ich genau, was zu tun ist. Aber ein Problemfall beim Hund in Form eines imaginären unbekannten Hundes, der alles, was am Zaun vorbeiläuft, verbellt, ist was ganz anderes. Ich habe meine zwei so oft sofort zu mir gerufen, dass sie jetzt automatisch nach einmal Melden zu mir sausen und auf ihr Lob warten. Cora hat den Spieß sogar umgedreht: Sie bellt, um mich auf den Plan zu rufen, kommt gleich an, setzt sich und erwartet meine freudige Reaktion.

Was rate ich nur im Problemfall beim Hund?

Wir arbeiten gerade dran, dass noch einmal umzukehren, mit bislang mäßigem Erfolg. Das KIT-Rufen hat der imaginäre Halter des Zaun-Verbellers bestimmt auch probiert, doch offensichtlich ohne Erfolg. Was rate ich diesem Halter, welche Technik wirkt bei seinem Hund? Ist er einer, der darauf wartet, dass endlich jemand vorbeigeht, um diesen zu vertreiben? Oder bellt er nur, wenn sich jemand seinem Territorium nähert?

Mein Fazit:

Wir sind schon mehr als die Hälfte unserer Stundenrunde gelaufen und ich werde immer unsicherer. Warum kriege ich keine einfache Aufgabe wie Leinenführigkeit oder das Auto, bei dem die Lösung ja schon vorgegeben ist? Ich beschließe mich zu vertagen und beim nächsten Praxisseminar um Aufklärung für diesen Problemfall zu bitten. Und bin heilfroh über den Ratschlag in Kapitel 1, beim telefonischen Erstkontakt keine Tipps zu geben, das könnte ich nämlich garantiert nicht. Tipps geben ist sowieso so eine Sache, das nächste, was ich aus diesem Kapitel für mich herausziehe. Wenn der Leidensdruck nicht groß ist und die Halter das Verhalten ihres Hundes hinnehmen oder sogar belächeln, sind alle Tipps sinnlos. Ich hoffe aufs nächste Kapitel, vielleicht bringt das Licht in mein Entscheidungsdunkel.

Nachklapp

Wir sind fast am Ende der Runde und die zwei bestehen auf ihr gewohntes Suchspiel. Heute nicht, ist für sie ein Unwort, ich bin ein wirklich gut erzogener Halter. Ich schicke sie weg, verstecke ihre Futterbeutel auf verreiften Astgabeln und zwischen zwei eisigen Baumstämmen und rufe. Sie kommen, blitzschnell, auf direktem Weg und voller Vorfreude. Hochmotiviert, klar. Für ein paar Minuten sind Kälte, Nebel und Wind vergessen. Geht doch, Chica, vielleicht spielst du die Frostbeule nur?

uschi-birr-profilbild

Name: Uschi Birr

Namen der Hunde: Chica, Cora

Wer bin ich? Hundefreundin, Menschenfreundin, Journalistin

Wäre mein Hund ein Mensch, wäre er…? Chica wäre ein Stille-Wasser-Mensch, der immer seinen Willen durchsetzt. Cora ein Triathlon-Athlet.

Ich liebe Hunde, weil…? Sie mir zeigen, wie toll das Leben ist und wie man es am besten meistert.