praxisseminar-erfahrung

26. Oktober 2016 // Woche 21

Hallo ihr Lieben,
wir sind es wieder!

Das erste Praxisseminar steht an und mir ist mulmig. Wetten, dass die anderen Teilnehmer alle muhbrave Will-To-Please-Labbis haben, vielleicht noch ein Aussies oder Borders, die auf ein Wimpernzucken blitzschnell umsetzen, was Herrchen/Frauchen gerade gedacht haben. Souveräne Hundehalter und ein Trainer, der augenblicklich durchschaut, wie’s um meine Zwei und mich steht.

Nervosität pur

Auf der Hinfahrt sehe ich noch Pferde auf der Koppel: Gesteigerte Nervosität. Bei der Begrüßung erfahre ich dann, dass acht Katzen hier leben. Das war’s dann wohl.
Gut, dass die Hunde erst im Auto bleiben dürfen – wir machen Theorie. Ich erfahre den Unterschied von online zu offline sehr intensiv. Im Quiz nach den Lektionen gibt’s ja keine offenen Fragen. Hier, in der guten Stube, schon. Prompt fällt mir gar nichts mehr ein. Wie war das mit der Umkonditionierung, Gegenkonditionierung, klassischer und instrumenteller? Woran erkenne ich, dass der Hund noch im Grundtraining ist? Was verändere ich, wenn ich ins Aufbautraining übergehe? Weiß ich zwar alles, aber formulieren ist was anderes. Trotzdem werde ich ruhiger, denn die „Mitschüler“ sind keine selbst ernannten Hundeflüsterer sondern richtig normale nette Menschen. Auch mit der Hundewette lag ich falsch. Kein einziger Aussie im Praxisseminar. Auch kein Border und kein seinen Menschen anbetender Hund. Wie gut.

Trainings bei Sonnenschein

Wir haben Superwetter für unser Praxisseminar, ich lasse mich von meinen beiden verkrampft über den Hof zum Trainingsgelände führen und schaue überall nach den Katzen. Die Hunde ziehen natürlich in verschiedene Richtungen, ich zische je ein „Nein“ und „Hey ruhig“. Hätte ich vermutlich zu mir selbst sagen sollen, denn für ihre Verhältnisse sind die Mäuse brav. Das bleiben sie auch, sie lernen, was ich mir als Zielsetzung zusammengeschrieben habe. Ich lerne viel mehr: Dass ich mit den „Neins“ nur so um mich schlage, wohingegen mir die „Feiiins“ offenbar im Hals stecken bleiben. Dass ich die sensible Cora, das Riesentrumm, mit der falschen Intensität (von Konsequenz und Timing reden wir später), nämlich zu hart, dafür der zarten kleinen Chica viel zu schlapp Grenzen setze (auch hier reden wir von Lenken später). Aber ich bessere mich, von Minute zu Minute. Und die Hunde reagieren, von Minute zu Minute besser. Schon ein Hammer, der seine Wirkung nicht verfehlt. Ich entspanne, ich frage, ich höre zu, wie die anderen meine „Trainingsmethoden“ sehen und schaue auch genauer hin, wenn die Kollegen zeigen, wie sie mit ihren Hunden umgehen. Zwei Tage, die kein onlinekurs aufwiegen kann. Ein Supertrainer, ein lustiger Mix aus Schülern (zwei- und vierbeinig) und eine Unmenge Erkenntnisse.

Mein Fazit zum Praxisseminar

Dass meine beiden am zweiten Abend, als wir zu Hause sind, voll die Sau rauslassen, Nachbars Katze lautstark vertreiben, zwei Tomatentöpfe im Garten umwerfen und mit wildem Gekläff einen armen Radfahrer, der sich im Weg geirrt hat, beschimpfen, ignoriere ich. Ich habe einfach keine Energie mehr nach dem intensiven Praxisseminar. Aber morgen, ganz bestimmt.

uschi-birr-profilbild

Name: Uschi Birr

Namen der Hunde: Chica, Cora

Wer bin ich? Hundefreundin, Menschenfreundin, Journalistin

Wäre mein Hund ein Mensch, wäre er…? Chica wäre ein Stille-Wasser-Mensch, der immer seinen Willen durchsetzt. Cora ein Triathlon-Athlet.

Ich liebe Hunde, weil…? Sie mir zeigen, wie toll das Leben ist und wie man es am besten meistert.