lisas-blog-tagebuch-verhaltensberaterin-eintrag-8-stimmungsuebertragung

Thema der Woche – Stimmungsübertragung

HALLO IHR LIEBEN,
WIR SIND ES WIEDER!

Stimmungsübertragung. Kennst Du das? Du kommst genervt nach einem anstrengenden Tag Hause und nun musst Du noch mit dem Hund spazieren gehen. Einerseits freust Du dich rauszukommen, andererseits würdest Du dich gerne nach diesem Tag einfach nur noch in die Wanne legen und entspannen. Du raffst Dich auf für den Spaziergang, aber auch der gestaltet sich von Anfang an katastrophal. Dein Hund zieht ständig an die Leine und behandelt dich wie Luft. Und zudem bellt er an der nächsten Ecke schon den erstbesten entgegenkommenden Vierbeiner an.

Stimmungsübertragung ist wichtig

Die Stimmung wird immer angespannter und Spaß macht dieser Spaziergang definitiv nicht. Was ist passiert fragst Du dich? Das ist eine von vielen Situationen, in denen deine negative Stimmung auf deinen Hund übergegangen ist. Stimmungsübertragung auf den Hund, das gibt’s? Ja – das gibt es. Vielleicht ist dir schon aufgefallen, dass Gähnen unter Menschen ansteckend ist. Darüber gibt es viele Theorien, eine davon ist aber, dass es als Zusammenhalt förderndes Signal innerhalb einer Gruppe verstanden wird. Aber auch das Gähnen unter unseren Haushunden wird seit einigen Jahren näher untersucht. Forscher behaupten, dass der Hund gähnt, um den Stress zu bewältigen. Ich denke, dass das situationsabhängig ist. Denn andere Forscher fanden heraus, dass das menschliche Gähnen die Hunde zum mitgähnen bringt. Die Hunde, welche getestet wurden, gähnten aber nur, wenn ihre Besitzer dies taten. Forscher beschrieben dies als eine rudimentäre Form der Empathie.

Wie kommt es zu Stimmungsübertragung?

Immer öfter lese ich die Theorie, dass auch Hunde die sogenannten Spiegelneuronen besitzen könnten. Diese Spiegelzellen ermöglichen, dass sich ein Lebewesen, nur durch bloßes beobachten, sich in Handlungen und Gefühle andere Lebewesen hinein versetzen kann. Diese Spiegelneuronen befinden sich in Hirnbereichen, die für Bewegung, Berührung und Gefühle zuständig sind. Die speziellen Nervenzellen sind aktiv, wenn z.B. ein Hund einen anderen bei einer Tätigkeit beobachtet. Diese Nervenzellen zeigen dann genau das Aktivitätsmuster, das sonst beim tatsächlichen Ausführen einer Handlung feststellbar ist, wie z. B. beim Lernen durch Nachahmung.Lange dachte man, dass nur das Handeln anderer gespiegelt wird, aber heute wird auch vermutet, dass diese Neuronen daran beteiligt sind, eben wenn es um Empathie geht.

Wozu ist Stimmungsübertragung gut?

Dieses Verhalten ist vor allem sinnvoll bei Tieren, die in Gruppen leben. In Gruppen ist es eben in bestimmten Situationen wichtig, dass alle Mitglieder an einem Strang ziehen. Die Stimmungsübertragung hilft dabei, Gruppenziele gemeinsam umzusetzen. Dies geschieht jedoch nur auf freiwilliger Basis und nicht unter Zwang. Stimmungsübertragung zeigt sich, wenn die Tiere in der Gruppe zeitgleich zur Flucht vor Raubtieren ansetzen. Sie dient in dieser Situation zum Überleben. Außerdem scheint während der Übertragung von Stimmung bei Tieren und Menschen, das Belohnungs- und Beruhigungssystem aktiviert zu werden, was heißt, dass Gemeinsamkeit ein gutes Gefühl macht und abweichendes Verhalten Stress beim jeweiligen Lebewesen verursacht.

In der Mensch-Hund-Beziehung

Aber zurück zur Mensch-Hund Beziehung und der Stimmungsübertragung. Sowohl negative als auch positive Gefühle können sich auf unsere Lieblingsvierbeiner übertragen. Ziemlich unbewusst überträgt sich die Stimmung aber auch die Körpersprache auf unsere Hunde. Stimmung ist nichts anderes als eine Handlungsbereitschaft. Aber nicht nur wir können die Stimmung auf unsere Hunde übertragen, sondern auch die Hunde auf uns. Wenn unsere Hunde glücklich sind, sind wir ebenfalls glücklich und nehmen eine entspannte Haltung ein. Macht der Hund uns gegenüber diverse Spielaufforderungen lassen wir uns davon mitreißen und nehmen die positive Einstellung an.

Fazit

Stimmungsübertragung ist ein tolles Phänomen und ich merke je öfter ich darauf achte, wie oft mein Hund meine Stimmung annimmt, aber ich auch in gewissen Situationen seine. Gerade nach Finn’s OP hatte ich oft negative Gefühle und wunderte mich, wieso mein Hund immer schlechter aussah. Als ich aufhörte, mir ständig Gedanken über die negativen Dinge zu machen und mir ein Beispiel an unserem Jungspund Samu nahm, der vor positiver Energie nur sprüht, ging es auch Finn besser. Jeden Tag erinnerte ich mich selbst daran, positive Gedanken zu haben und bewusst meine Stimmung auf Finn zu übertragen, so dass es ihm besser geht und siehe da, es hat wirklich funktioniert. Finn ist nach seiner OP so lebensfroh und überglücklich und wenn ich ihn anschaue, ich dann natürlich auch.

Pfote, Lisa & Finn