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Thema der Woche – Clickertraining

HALLO IHR LIEBEN,
WIR SIND ES WIEDER!

Endlich habe ich wieder ein wenig Zeit für meinen kleinen Eisbären Samu. Der kann bis auf Sitz, Platz und Komm nämlich noch nicht wirklich etwas. Der Kleine lernt so gerne und vor allem unheimlich schnell, dass ich mich jetzt entschlossen habe, das Clickern mit ihm anzufangen. Sobald er den Clicker verstanden hat, möchte ich mit ihm auch shapen. Wie ich das mit Finni mache könnt ihr in meinem Tagebucheintrag „Click & Keks“ nachlesen.

Finn hat Pause

In letzter Zeit clicker ich ziemlich wenig mit Finn, da jeden Tag etwas anderes ansteht. Sei es die Arbeit an sich, meine eigene Hundeschule oder sonst etwas. Das Clickern hatte jetzt ein wenig Pause. Dennoch möchte ich bald einen Clicker-Kurs in meiner Hundeschule anbieten und muss mich selbst jetzt wieder ein wenig anclickern. Keiner würde besser passen als Samu. Der kennt das Ding nämlich noch gar nicht. Er hat es zwar schon ein paar Mal bei Finn knacken hören, allerdings hatte es ja nie eine Bedeutung für ihn.

Zwei Hunde, zwei Clicker

Damit meine 2 beim Clickern nicht durcheinander kommen, gibt’s für jeden einen eigenen, der auch anders klingt. Natürlich trainiere ich mit Samu anfangs getrennt von Finn. Samu muss erst mal lernen, was der Click überhaupt bedeutet. Und das geht am besten ohne Ablenkung, also auch ohne Finn. Jeder Click ist ein Versprechen auf einen Keks. Somit packte ich mir meinen Futterbeutel, den Clicker von Samu und natürlich den kleinen Eisbären.

Die erste Übung

Die erste Übung dauerte gerade mal 5 Minuten und das einzige was Samu dafür tun musste, war seine Leckerlies vernaschen. Wenn das nicht mal eine Traumübung für jeden Hund ist? Aber so ganz einfach ist das anclickern leider nicht. Denn wir als Halter müssen ein super gutes Timing haben, sodass der Click beim Hund ein gutes Gefühl auslöst.

Ich setzte mich zu Samu auf den Boden und nahm mir ein paar Leckerchen in die linke Hand. In der rechten hatte ich den Clicker. Jetzt galt es genauestens aufs Timing zu achten, sodass der Hund auch die Handlung richtig verknüpft. Ich pfriemelte mir ein Leckerli zwischen Daumen und Zeigefinger. Danach hielt ich die Hand ganz ruhig. Erst nachdem meine Hand still war, Clickte ich mit dem Clicker in der rechten Hand. Sofort ging meine linke Hand nach vorne und Samu bekam sein Leckerli.

Timing ist wichtig

Aber warum achte ich bei dieser Übung auf jeden noch so kleinsten Millimeter? Ich möchte dass Samu den Clicker richtig versteht. Sprich CLICK = LECKEREI. Das geht nur, wenn beide Reize zeitnah nacheinander ablaufen. Wenn ich gleichzeitig oder nach dem Clicken erst das Leckerli zwischen Daumen und Zeigefinger pfriemeln, würde der Hund den Click mit dem nach vorne schieben des Leckerlis verknüpfen. Hätte ich einen Futterbeutel und würde Clicken, aber erst danach in den Beutel fassen und ihm dann erst den Keks geben, hätte ich immer eine Handlung zwischen dem Click & dem Leckerli geben. Diese Zwischenschritte müsste ich später wieder ausschleichen und um mir das zu sparen, versuche ich beim anclickern das Timing perfekt zu wählen.

Trockenübung fürs Clickern

Damit das Timing ziemlich gut wird, benötigt man anfangs Trockenübungen OHNE Hund. Am besten hat man einen Partner sich gegenüber sitzen, der einem zum Timing ein Feedback gibt. Sobald man sich sicher in Sachen Click und Leckerli geben ist, kann man sich ans anclickern mit Hund herantrauen. Wenn man sich mal „verclickt“ ist das nicht weiter schlimm. Dennoch muss der Hund für JEDEN Click ein Leckerchen bekommen. Er kann ja schließlich nichts dafür, dass wir zu schnell oder zu langsam mit der Futtergabe oder dem Click waren. Diese Übung habe ich ein paar Tage lang wiederholt. Damit Samu es nicht immer damit verbindet, dass ich ihm gegenüber sitze, habe ich mich vor oder neben ihn gestellt oder bin in der Wohnung herum gelaufen. Der kleine Mann hat ziemlich schnell kapiert, was der Clicker bedeutet.

Der ultimative Test

Ich war mir ziemlich sicher, dass Samu den Knackfrosch verstanden hat. Um dies jetzt aber zu testen, versteckte ich mich in einem anderen Raum. Samu ahnte natürlich nichts, der war nämlich mit Spielen beschäftigt. Ich nahm Futter und den Clicker mit. Jetzt war ich gespannt, ob er verstanden hat, was der Click bedeutet. Ich stand in der Küche und clickte. Keine 2 Sekunden später stand Samu neben mir und schaute mich erwartungsvoll an, wo denn sein Keks bleiben würde. Jackpot – er hatte es kapiert! Natürlich gab es gleich eine Hand voll Kekse, weil ich so unendlich stolz auf ihn war.

Fazit:

Clickertraining ist toll. Aber damit wir den Clicker im Training auch richtig einsetzen können, ist ein sauber ausgearbeitetes anclickern wirklich zu empfehlen. Ich achte immer darauf, dass ich genügend Zeit beim Training habe und nicht abgelenkt werde. Gerade wenn Samu neue Übungen lernt, muss auch Finn zu meinen Eltern gehen, da er einfach eine zu große Ablenkung ist. Ich habe anfangs auch Trockenübungen zum Clickern gemacht, eben um mein Timing zu verbessern und meinem Hund verständlich machen zu können, dass NUR der Click das Leckerli bedeutet. Auch ich habe mich des Öfteren verclickt. Manchmal war meine Hand mit dem Leckerli schneller an Samus Nase, als ich den Clicker betätigten konnte. Aber mit der Zeit lernt man dazu und es macht unheimlich viel Spaß.

Pfote, Lisa & Finn