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Thema der Woche – Hundebegegnungen Teil 1

HALLO IHR LIEBEN,
WIR SIND ES WIEDER!

„Wie meisterst du eigentlich, mit deinen beiden 40-Kilo-Bären Hundebegegnungen?“ Diese Frage höre ich in letzter Zeit immer häufiger. Eine pauschale Antwort darauf gibt es aber eigentlich nicht, denn jede Hundebegegnung verläuft anders.

Die Umwelt spiegelt uns

Nicht umsonst legen wir im Hundetraining den größten Wert auf eine positive Zielformulierung. Die entscheidende Frage ist: Was wollen wir bei einer Hundebegegnung eigentlich? Wir wollen, dass unser Hund, neben uns locker und entspannt an der Leine läuft und sich auf uns konzentriert. Doch wieso denken wir dann nicht „einfach“ so? Ganz einfach: Weil wir meist nur wissen, was wir NICHT wollen. Sobald wir in der Ferne ein anderes Mensch-Hund-Team auf uns zukommen sehen, geht in unserem Kopf das Gedankenkarussell los.

„Oh der Hund ist nicht an der Leine, was, wenn der herkommt? Ich möchte nicht schon wieder eine Hundebeißerei. Mein Bello, der brummt ihn jetzt schon an, bin ich froh, wenn das gleich vorüber ist.“ So ungefähr sehen die Gedanken von uns Hundebesitzern aus. Unser Fokus liegt nur auf dem anderen Hund und auf der Vergangenheit, der Hundebeißerei. Das löst negative Gedanken und Gefühle in uns aus. Wir bekommen Stress, vielleicht Angst und können uns auf das wesentliche, unsere positive Zielformulierung gar nicht mehr konzentrieren.

Es ist nicht immer der Halter

Aber auch unsere Hunde haben mal schlechte Tage! Vielleicht zwickt der Rücken und sie reagieren deshalb schon von weitem mürrischer auf den entgegenkommenden Hund als sonst. Und was machen wir? Meist reagieren wir mit einem stressigen „NEIN“, “Lass das endlich“ und rucken an der Leine oder wenden eine andere Maßnahme an. „Na toll“, denkt sich der Hund, ich hab Rücken und Frauchen motzt mich auch noch an, wenn ich dem anderen von weitem mitteile, dass ich kein Bock auf ‘ne Schnüffelbegegnung habe – Der Tag kann ja nur besser werden… – Denken wir mal kurz über die Situation nach… ich meine, wie würden wir reagieren, wenn uns der Rücken schmerzen würde und ein wildfremder Mensch auf dem Spaziergang uns plötzlich umrennen würde, da er ja nur mit uns Fangen spielen will?! Wir würden auch sagen „Hallo???!! Hast du sie eigentlich noch alle?!“ Nichts anderes macht unser Hund. Er teilt dem anderen Hund meist einfach nur mit: „Lass mich in Ruhe.“

Unsere Gedanken beeinflussen Hundebegegnungen

Ja oftmals ist es ziemlich schwierig heraus zu finden, wieso unser Hund gerade in dieser Situation so reagiert. Geht’s ihm wirklich nicht gut und er teilt es dem anderen Hund nur mit? Unterschreitet der andere Hund die Individualdistanz deines Hundes? Ist es eine Strategie, weil er schon schlechte Erfahrungen damit gemacht hat und mit diesem Verhalten immer gut aus der Nummer rausgekommen ist? Ist es ein Übersprungsverhalten, spiegelt er uns einfach nur wieder oder denkt er sich „Auf den Halter kann ich mich eh wieder nicht verlassen, ich regle das mal alleine.“

Oftmals vermischen sich auch die Gründe, wieso der Hund jetzt so reagiert. Und für die meisten Hundehalter ist der Grund auch gar nicht ersichtlich. Ich gebe meinen Kunden immer den Tipp mit, ihre Spaziergänge bewusster zu erleben und nicht auf Autopilot zu schalten. Positive Gedanken mit auf den Spaziergang zunehmen und in stressigen Situationen, danach runterzufahren und wieder einen klaren und kühlen Kopf zu bekommen.

Fazit

Nicht jede Hundebegegnung läuft gleich ab. Gedanken, Erfahrungen, unser Blickwinkel, der Gemütszustand des Hundes und noch viel mehr spielen eine Rolle bei einer Begegnung mit einem anderen Mensch-Hund-Team. Wie man sich aber darauf ein wenig vorbereiten kann um dem Hund in dieser Situation die nötige Sicherheit zu geben und selbst seinen eigenen Blickwinkel ändern kann, erzähle ich Dir nächste Woche in Teil von2 „Hilfe-Hundebegegnungen“.