Finn und Lisa beim Lernen

Lisas Tagebuch / Hundetrainer / Eintrag – 22 –

LISAS TAGEBUCH

„Du hast doch erst mit der Ausbildung angefangen“, sagte mein Freund zu mir. Ich antwortete: „ Ja, im September letzten Jahres.“ Panik, Schweißausbruch und bitterkalt lief es mir den Rücken hinunter. Ach herrje, nicht mehr lange, dann hab ich Prüfung! In meinem Kopf spulten sich Horror-Szenen ab.

Aufregung vor der Prüfung

Tief durchatmen!
Klassische oder Instrumentelle Konditionierung?! Ja – mein leidiges Thema … Latente Hemmung und Blockieren – was war das alles nochmal?! Oh Mann, komplettes Blackout und genau das ist meine größte Angst in der Prüfung zu stehen und nachher nichts mehr zu wissen … Ja – ich habe Prüfungsangst und die ziemlich ausgeprägt …

Tief ein- und wieder ausatmen. Du schaffst das! Ich hab zu jedem Skript Karteikarten geschrieben. Mir ein Glossar mit den für mich wichtigsten Definitionen angelegt und auch Trainingspläne für gewisse Beispiele geschrieben … Das Buch „Handbuch für Hundetrainer“ ist so gut wie durchgelesen und auch „Fallbeispiele für Hundetrainer“, um einfach mehr praktisches zu lesen, ist durchgekaut und trotzdem habe ich das Gefühl viieeel zu wenig gemacht zu haben.

Ich will die Prüfung bestehen!

Das Thema Hund ist so vielfältig und so interessant. Ich will die Prüfung bestehen und später eine tolle Hundetrainerin werden, aber schaffe ich das alles überhaupt?! Ich muss und ich will, denn das ist mein größter Traum. Aber stehe ich mir gerade nicht selbst im Weg? Irgendwie verunsichert mich alles und irgendwie wusste ich vor meiner Ausbildung „mehr“. Na ja, nicht wirklich mehr, aber ich fühlte mich sicherer, da ich nicht so viel Wissen über Hunde hatte, sondern einfach nach meinem Bauchgefühl handelte.

Die Nerven liegen blank

Ein paar angehende Hundetrainer aus meinem Kurs, durften schon Statisten bei Prüfungen sein … Hätte ich das auch machen sollen oder hätte mich das wieder zu sehr verwirrt? Vielleicht hätte ich aber auch gesehen, dass die Prüfung gar nicht so schlimm ist und ich einfach mal wieder „runterkommen“ muss. Na ja, vielleicht war es ganz gut, nicht dorthin gefahren zu sein und als Statist mitgemacht zu haben, sonst hätte ich mich vielleicht doch vieeel zu sehr verrückt gemacht. Ich muss mit jemanden darüber reden … als Silvan abends nach Hause kam, stand ich schon vor ihm und hatte Tränen in den Augen … „Was ist los?“ fragte er mich ganz geschockt und dann erzählte ich ihm meine Zweifel … er nahm mich in den Arm und meinte „Alles wird gut.“ Schau mal, wie toll du deine Hunde VOR deiner Trainerausbildung erzogen hast. Nutze dein Wissen zu deinem Vorteil und lasse dich nicht verrückt machen!“

Das tat gut!

Ok – das tat wirklich gut. Jemand, der mich auf den Boden der Tatsachen wieder zurückholt und mir sagt, ich solle mich endlich zusammenreißen. Ja – das ist es, was ich will, auch wenn es mir schwer fällt und ich oft solche Momente habe, wo ich gerne alles hinwerfen möchte, da es mir über den Kopf wächst. Aber – nein – so habe ich es gewollt und es wird nicht gekniffen. Ich werde das schaffen und die Prüfung bestehen. Nach dem Gespräch mit meinem Freund kam Finn zu mir aufs Sofa, denn der hatte natürlich schon längst gemerkt dass es mir nicht gut ging. Er kuschelte sich an mich mit einem Blick, der mir sagte: „Mama, ich bin für dich da und wir schaffen das gemeinsam.“ Die Bücher und Karteikarten wurden zur Seite geschoben und der Abend gehörte nur Finn, meinem Freund und mir. – Danke, dass ihr immer für mich da seid.

Fazit – was mir wichtig ist:

Auch wenn es noch so viele Momente im Leben gibt, wo man einfach nur den Kopf in den Sand stecken möchte und kein Licht mehr am Ende des Tunnels sieht, sollte man sich dennoch aufraffen und jetzt erst recht loslegen. Wir meistern so viele Prüfungen in unserem Leben und keiner hat gesagt, es wäre leicht, dennoch können wir am Ende voller Stolz sagen – Ja, wir haben es geschafft. – Es war eine anstrengende, aber dennoch schöne und lehrreiche Zeit und wer weiß, welche Überraschungen das Leben noch so für uns hat.

Lisa & Finn

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