Lisas Tagebuch / Hundetrainer / Eintrag – 20 –

HALLO IHR LIEBEN, WIR SIND ES WIEDER!

Schon seit einiger Zeit liegt das Buch von Kristina und Jörg bei mir zu Hause. Irgendwie wollte ich es immer lesen, kam aber doch nicht wirklich dazu. Schließlich musste ich ja Hausaufgaben machen und die Skripte in meine eigenen Worte zusammenfassen. Da nun aber jetzt der kleine Eisbär bei uns eingezogen ist und der ja auch irgendwann alleine bleiben muss, passt doch das Buch perfekt.

Buch „Entspannt allein“

Gedanken machen
Lange habe ich überlegt wie wir das mit dem Alleine bleiben früher, also vor meiner Ausbildung bei Ziemer & Falke gemacht haben … Ich muss euch sagen, ich habe echt keine Ahnung mehr … :-D Das ging irgendwie total an mir vorbei und ich habe es nie bewusst registriert. Dennoch war es für keinen unserer Hunde ein Problem jemals alleine und dann auch noch entspannt zu Hause zu bleiben. Somit habe ich mir nie darüber Gedanken gemacht.

Dadurch, dass ich jetzt fast die Ausbildung in der Tasche habe, mache ich mir wirklich über ALLES Gedanken und möchte es so „perfekt“ wie nur möglich umsetzen. Na ja, perfekt muss es nicht sein, ich versuche eben alles richtig zu machen. Somit habe ich mir eben auch das Buch „Entspannt allein“ von Ziemer & Falke gekauft. Denn ich möchte Samu das alleine bleiben „bewusst beibringen“.

Jetzt erzähle ich euch mal ein wenig über das Buch:

Ich weiß gar nicht, wo ich anfangen soll, denn es gibt so viele interessante und spannende Themen in dem Buch. Zuerst sollten wir verstehen, wieso unser Hund Trennungsschmerz hat und herausfinden, wie dieser entstanden ist. Dabei können ganz viele verschiedene Faktoren eine Rolle spielen. Meist, auch wenn wir das manchmal nicht einsehen möchten, tragen wir zu dieser trennungsbedingten Störung unseren Teil bei. Eine zu enge Bindung und keine Grenzen für den Hund, sind nicht gerade von Vorteil.

Ich liebe meine beiden Hunde auch über alles, dennoch gibt es bei uns klare Regeln. Die Hunde schenken mir ihr Vertrauen und zweifeln meine Führungsposition nicht an. Ich gebe ihnen die Sicherheit die sie brauchen und das nicht nur mit Kuscheln und ihnen alles erlauben was sie eben möchten. Selbstverständlich lasse ich die Hunde auch mal Hunde sein. Auch wenn sie zuerst durch die Türe laufen oder vor mir Essen bekommen, heißt es nicht, dass ich jetzt keine Kontrolle mehr über die beiden habe.

Beide haben ihre Decke und eine eigene Kennelbox. Beides wurde vorher antrainiert und darin fühlen sie sich „pudelwohl“ und haben ein gutes Gefühl. In diese Boxen ziehen sie sich auch zurück, wenn sie mal alleine sein möchten und ihre Ruhe brauchen. Genauso auch, wenn ich das Haus verlasse. Ich gehe NICHT zu Finn und sage: „ Tschüss mein Schatz, ich komme bald wieder.“ und knalle ihm vor seinen Augen die Türe zu. Nein, ich mache mich fertig so wie jeden Tag, nehme eine Hand voll leckerem Naschen und werfe diese entweder auf seinen Schnüffelteppich oder in seine Box und vor allem ganz in Ruhe ohne in Panik zu verfallen, dass ich jetzt gleich das Haus verlasse.

Hundebeschäftigung und los gehts

Der Hund ist beschäftigt und ich kann in aller Ruhe das Haus verlassen. Finn hat immer eine Kauwurzel zum Nagen und Spielsachen um sich selbst zu beschäftigen. Genauso trainiere ich das auch mit unserem kleinen Samu. Das Training beginnt allerdings schon IM Haus. Denn schon den Raum zu wechseln, ohne dass der Hund jedes Mal hinterher wackelt, trägt schon zum Training bei. Bei Samu klappt das wunderbar. Der bleibt ruhig und friedlich auf seinem Platz liegen. Das liegt aber auch an mir.

Wenn ich jetzt z. B. in die Küche möchte, gehe ich einfach in die Küche ohne meine Hunde zu beachten. Schenke ich ihnen nur einen kleinen Blick (auch unbewusst) stehen beide auf, da ich sie ja in gewisser Weise „angesprochen“ habe. Ja, auch auf die Kleinigkeiten kommt es an, deshalb sollte man sich, wenn man trainiert, immer seiner Sache bewusst sein und einen Plan im Kopf haben.

Decken- und Boxentraining und mehr

Decken- und Boxentraining werden im Buch super beschrieben und genauso lernen wir das auch bei der Trainerausbildung.  Auch wie wir unserem Hund Grenzen setzen wird im Buch aufgezeigt. Wie ihr das Bewusst trainieren könnt, ist auch gar nicht so schwer. „Tabu-Decken-Training“ heißt das Zauberwort. Darüber habe ich auch schon einen Tagebucheintrag geschrieben und ein Video, wie ich mit Finn das Training gestaltet habe, online gestellt.

Wenn wir einen Trainer zu Rate ziehen, sollten wir auch von Grund auf ehrlich zu ihm sein. Es nützt nichts zu verheimlichen, dass der Hund, wenn wir aus dem Haus gehen „Party feiert“, alle Möbel demoliert und dann auch noch in die Wohnung pinkelt. Natürlich ist es für uns peinlich, aber nur wenn der Trainer alles weiß, kann ein guter Trainingsplan erstellt werden, der zum Erfolg führt.

Stress- und Ursachentest

Auch schön im Buch beschrieben, sind die Stressanzeichen vom Hund, die wir vorab erkennen können. Herauszufinden gilt, was jetzt diesen Stress ausgelöst hat. War es, weil ich die Wohnungsschlüssel in die Hand genommen habe, oder mir meine Jacke angezogen hab. Oh, ich kann es nicht oft genug sagen, Hundetraining ist einfach so spannend. Und genauso auch dieses Buch. Es erklärt das Warum, Wieso, Weshalb und zeigt einem Tipps auf, damit der Hund entspannt zu Hause bleibt.

Des Weiteren gibt es einen Ursachentest um herauszufinden wie stark der Hund unter der trennungsbedingten Störung leidet. Auch einen Test um den eigenen Führungsstil herauszufinden gibt es im Buch. Total klasse und interessant zu wissen, was wir schon gut machen und wo wir uns verbessern können. Das Buch wurde von mir und Finn auf Herz und Nieren geprüft und für super empfunden! Pfote hoch und wir können es nur weiterempfehlen.

Fazit:

„Entspannt allein“ kann ich nicht nur Hundebesitzern empfehlen die sich gerade einen Welpen geholt haben und das „alleine bleiben“ trainieren möchten, denn in dem Buch gibt es zahlreiche Tipps, wenn der Hund schon trennungsbedingte Störungen entwickelt hat und es kaum mehr aushält ohne Frauli oder Herrli zu Hause zu bleiben. Das Buch ersetzt natürlich keinen Hundetrainer. Ich sehe es eher als ständigen Begleiter, in dem man Blättern kann um den Roten Faden beizubehalten.

Im Buch werden euch Übungen wie z.B. Deckentraining, Boxentraininng, Tabu-Zone zum entspannten Alleinsein vorgeschlagen, es werden Beispiele von anderen Hunden mit trennungsbedingter Störung aufgezeigt, analysiert und Lösungsvorschläge erklärt, die Tests habe ich oben schon angesprochen und die sind es wirklich wert gemacht zu werden, Auslastungsmethoden für den Hund werden erklärt, wie ihr die ersten Stressanzeichen erkennen könnt, einen Trainingsplan gibt es und einfach noch so viel mehr …

Falls ihr einen Hund mit solch einer Angst zu Hause habt und einfach nicht mehr weiter wisst, dann zieht einen Trainer zu Rate. Dieser sollte einen für den Hund und euch passenden Trainingsplan ausarbeiten. Mir zum Beispiel hilft immer noch ein Buch zum nachlesen, um mehr Sicherheit zu bekommen, aber das muss jeder für sich selbst wissen. Samu rennt mir zum Beispiel nicht mehr jedes Mal hinterher wenn ich aufstehe, sondern bleibt entspannt in seiner Box oder auf dem Boden liegen. Es wird von mal zu mal besser und ganz allein ist er ja nicht, er hat seinen Finn um sich. Ich muss zugeben, das beruhigt mich doch ganz schön ;-)

Lisa & Finn

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