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Thema der Woche – Erste Praxistage des Verhaltensberater Teil 2

HALLO IHR LIEBEN,
WIR SIND ES WIEDER!

Der nächste Seminartag begann wieder pünktlich um 09:30. Schnell schrieb ich noch meine Gedanken zu gestern auf, um ja nichts zu vergessen, dennoch hatte ich das Gefühl mein Kopf ist viel zu voll, um das alles aufschreiben zu können. Vielleicht geht es euch auch manchmal so, dass ihr etwas ganz Wichtiges ganz schnell aufschreiben wollt und im nächsten Moment fällt Dir die Hälfte nicht mehr ein. Aber na gut, es warteten ja genug neue Informationen im Seminar auf mich.

Die Herausforderung geht weiter

Gleich früh morgens kam nämlich die Kundin mit ihrem Hund für die Anamnese. Am Vortrag bekamen wir die Anmeldeunterlagen der Kundin. Das Problem, weshalb sie Ziemer&Falke aufsuchte war, dass ihr Hund Trennungsbedingte Störungen zeigte und nie zur Ruhe kam.

Das Anamnesegespräch vor Ort durfte dann eine Teilnehmerin aus unserem Seminar durchführen. Es wurden gezielt Fragen gestellt und der Anmeldebogen durchgegangen. Auch hier fiel auf, dass wir Trainer immer noch zu schnell herausfinden wollen, wieso der Hund ein bestimmtes Verhalten zeigt, anstatt einfach nur zu beschreiben und uns dann erst die Gedanken zu machen. Doch das Anamnesegespräch verlief wirklich super. Und es war total interessant, da ich bisher nur Kunden mit Leinenführigkeits oder Rückruf Problemen hatten.

Wir lernen viel von Jörg

Nach dem Anamnesegespräch übernahm Jörg, um das Gespräch weiter zu führen. Super interessant, auf was er noch so alles achtete, was uns noch nicht aufgefallen ist. Am Whiteboard wurde aufgeschrieben, was der größte Leidensdruck der Halterin ist und wie,, welches Konzept man in diesem Fall ausarbeiten würde um dem Mensch-Hund-Team helfen zu können. Die Halterin wurde immer mit einbezogen und Jörg fragte die Kundin immer wieder, ob sie sich das so vorstellen könne und ob das so in Ordnung für sie sei. Wir analysierten gemeinsam mit Jörg, was die Ursache des Verhaltens, des Hundes sein könnte. Natürlich kann man das nicht innerhalb eines Anamnesegespräches machen, da wir zu Anfang ja nur die Schilderung der Halter kennen und uns natürlich auch selbst ein Bild von der Situation machen müssen.

Die richtigen Fragen zur richtigen Zeit

Jörg half der Kundin super weiter und stellte die richtigen Fragen, zur richtigen Zeit, so empfand ich das zumindest. Er gab uns nach dem Gespräch einen Tipp uns selbst zu filmen, wie wir ein Kundengespräch mit Freunden oder Bekannten führen, um zu sehen, wie unsere Fragetechniken sind. Denn ganz wichtig ist, dass wir nicht vorwurfsvoll klingen, sondern immer neutral bleiben. Es ist super, dass der Halter sich mit diesem Problem nun endlich Hilfe holt und wir versuchen ihm diese Hilfe und Unterstützung zu geben und ihnen keine weiteren Vorwürfe zu machen. Das werde ich auf jeden Fall beherzigen und ausprobieren, denn die richtigen Fragen zur passenden Zeit zu stellen ist gar nicht so einfach.

Unsere eigenen Fälle im Seminar!

Nach dem Kundengespräch ging es im Seminar weiter mit unseren eigenen Fällen, die wir mitgebracht hatten. Meine Freundin hat einen kleinen Sheltie und hat immer wieder Probleme damit, dass er ganz plötzlich und einfach so in sein Körbchen machte. Ich kam damit nicht wirklich weiter, weil ich nicht herausfand wieso und daher passte dieser Fall genau in das erste Praxisseminar bei Ziemer&Falke. Ich erläuterte die bisherigen Vorfälle und zuerst wurde alles „neutral“ dokumentiert. Danach überlegte man wieso er das tat. Da meine Freundin leider nicht mit dabei war, fehlten uns noch einige Informationen um eine genaue Anamnese durchzuführen. Deshalb schrieb ich mir alles bis ins kleinste Detail auf und berichtete meiner Freundin davon.

Verhaltensberater müssen planen

Nun galt es erst Mal einen Wochenplan zu erstellen, wo dokumentiert wurde, wann und wo der kleine Mann in sein Körbchen machte, um ein bestimmtes Muster zu erkennen oder eben auszuschließen. Danach sprachen wir noch kurz mein Problem mit Finn an, der immer eine Art von Leinenaggreesion gegenüber anderen Hunden zeigt. Dies zeigt er verstärkt nach seiner Magendrehungs-OP, wobei das natürlich mehr an mir liegt, als an ihm. Auch hier konnte mir Jörg gute Tipps geben, wie ich mit Finn die Sache angehen kann. Viel liegt an mir und meiner persönlichen Einstellung, aber auch der Tipp mit dem Halti zu arbeiten, konnte ich gut annehmen.

Fazit

Alles in allem vergingen die Tage mal wieder viel zu schnell bei Ziemer&Falke und natürlich würde ich euch noch so viel mehr über die beiden Tage erzählen, aber das sprengt, glaube ich, den Rahmen. Das erste Praxisseminar war super lehrreich und wie immer ganz toll gefüllt mit interessanten Themen. Das nächste Mal bin ich im August in Großenkneten und bis dahin werde ich euch mit weiteren Themen zur Verhaltensberaterausbildung auf dem Laufenden halten.

Pfote, Lisa & Finn