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Thema der Woche – Erste Praxistage als Verhaltensberater Teil 1

HALLO IHR LIEBEN,
WIR SIND ES WIEDER!

Nach fast einem Jahr Ausbildungspause ging es endlich los! Die zweite Ausbildung bei Ziemer & Falke. Ich mache endlich den Verhaltensberater! Zwei Tage voller neuer Inspiration und Input warteten auf mich, auf dich ich mich so sehr freute.

Die ersten Praxistage – Eine neue Herausforderung

Die Ausbildung zum Verhaltensberater mache ich in Großenkneten direkt am Standort bei Ziemer&Falke. Obwohl das eine ganz schöne Strecke von mir zuhause bis in den Norden ist, entschied ich mich für den Standort Großenkneten, da ich bei meinem letzten Hundetrainerseminar, vom Hauptstandort einfach nur begeistert war. Ich weiß gar nicht, wo ich anfangen soll. Die zwei Tage waren so intensiv und lehrreich und einfach nur wunderbar! Beim Verhaltensberater kann man sich seine Praxistage selbst zusammenstellen, da jedes Seminar unabhängig voneinander aufgebaut ist. Ich habe dennoch die Termine nacheinander gebucht, weil sie einfach am Besten in meinen Zeitplan passen. Diesmal waren wir eine kleine Gruppe von insgesamt 5 Teilnehmern. Eine großartige Gruppengröße wie ich finde!

Videos und echte Fälle

Thema dieser zwei Tage waren Videoaufnahmen zu analysieren und einen echten Kundenfall hatten wir auch. Aber nun mal schön der Reihe nach, auch wenn die Informationen nur so aus mir heraus sprudeln. Der erste Tag fing damit an, dass wir eine kleine Vorstellungsrunde machten und uns gegenseitig beschnuppern konnten. Es war so ein tolles Gefühl nun mit ausgebildeten Hundetrainern, die auch schon ihre eigene Hundeschule haben, an einem Tisch zu sitzen, das ist irgendwie eine ganz andere großartige Atmosphäre als in der Ausbildung zum Hundetrainer.

Danach wurden Themen gesammelt von Problemfällen unserer Kunden oder auch eigenen Problemfällen mit unseren Hunden. Diese Probleme haben wir am Ende des ersten Tages und am zweiten Tag komplett auseinander genommen und analysiert, zumindest so gut wie möglich, wenn wir kein Video dabei hatten.

Es war ganz schön knifflig

Der Morgen fing schon an mit einer Videoanalyse und ich finde es so unglaublich, was Jörgs, er war Dozent im ersten Seminar, geschultes Auge alles entdeckte. Ich hatte mich vorher noch nie so wirklich mit Videosequenzen auseinander gesetzt, sie beziehungsweise noch nicht so genau unter die Lupe genommen, aber was ich in den ersten fünf Minuten schon gelernt habe, war, dass ich das in Zukunft tun werde.

Womit wir uns zu Anfang alle ein kleines Problem hatten war, dass wir Videosequenzen zuerst einfach nur mal Beschreiben sollten. Könnt ihr euch vorstellen, wie schwierig nur eine Beschreibung ist? Denn immer wieder fangen wir an unsere Sichtweisen hineinzuinterpretieren und das Verhalten des Hundes zu deuten und nicht nur zu beschreiben. Zu Anfang wird erst eine genaue Beschreibung gemacht, was der Hund zeigt und wie sich der Mensch verhält. Erst danach fangen wir an genau zu analysieren. Ich sag‘s euch, das ist so ein spannendes Thema, aber auch nicht so ganz einfach.

Wir sind aber auch nur Menschen!

Nach der Videobeschreibung ging es für uns angehende Verhaltensberater raus für den praktischen Teil. Zwei Teilnehmer bekamen mit ihren Hunden eine Aufgabe und Jörg filmte sie dabei. Das war auch wieder total spannend, Hundetrainer mit ihren eigenen Hunden untereinander zu beobachten und vor allem danach die Videos genauer unter die Lupe zu nehmen. Wenn wir Trainer mit unseren Hunden trainieren, dann sind wir auch nur ganz normale Hundehalter. Das merke ich immer wieder selbst. Wir können uns nicht von außen betrachten und beurteilen, außer wir filmen uns regelmäßig. Ansonsten schleichen sich bei uns auch kleine Fehler ein und im Nachhinein fällt uns ein, was wir hätten besser machen können. Aber wir sind eben auch nur Menschen, wir Hundetrainer.

Verhaltensberater müssen genau hinsehen

Nach der Mittagspause analysierten wir das Video von den anderen Teilnehmern, welches Jörg gemacht hatte. Die Sequenz beginnt beim Rauslassen der Hunde aus dem Auto. Ich weiß nicht wie oft wir den Film zurückspulten, denn es gab einfach so unfassbar vieles zu sehen, was man vorher ohne den Film gar nicht bemerkt hätte.

Zuerst schauten wir uns die Hunde an und beschrieben ihr Verhalten. Danach schauten wir genau auf die Handlungen der Halterin und auch hier hielten wir nur erst mal fest, was sie tat. Nachdem wir alles beschrieben hatten, fingen wir an uns Gedanken darüber zu machen, wieso die Hunde und die Halterin bestimmte Verhaltensweisen zeigten. Es war so spannend, das könnt ihr euch gar nicht vorstellen. Jede noch so kleinste Sekunde auseinander zu nehmen erst zu Beschreiben und dann zu überlegen, wieso das Verhalten gezeigt wird, ist echt unglaublich toll, aber für mich auch ein wenig anstrengend, weshalb ich total müde nach dem erfolgreichen ersten Seminartag war. Gut, die Müdigkeit könnte auch von der Fahrt kommen, denn wir sind morgens um 2 Uhr losgefahren.

Fazit

Der erste Tag war super spannend und lehrreich. Was ich definitiv mitgenommen habe ist, dass ich in Zukunft mehr Videofilme von meinen Kunden machen werde um sie mit ihnen danach genauestens zu besprechen. Auch wenn der Hund keine Probleme oder Verhaltensauffälligkeiten aufweist, ist es dennoch spannend zu beobachten, wie Hunde im Zusammensein von uns Haltern reagieren und wie viel Mimik man auf den Videos in ihren Gesichtern erkennen kann. Wie ihr lesen könnt, bin ich einfach nur fasziniert:-D Der nächste Tag, war noch spannender, denn wir hatten eine echte Kundin mit Problem vor Ort. Dazu aber im nächsten Tagebucheintrag mehr.

Pfote, Lisa & Finn