Hundetrainerin im Gespräch mit Hundehalter

Sicher bist Du schon von Deinen Kunden oder Bekannten gefragt worden, ob Du nicht das Bedürfnis hast in eine Situation einzugreifen, wenn Du siehst, dass Hundehalter mit ihren Hunden in der Öffentlichkeit hilflos wirken oder ein gewünschtes Verhalten nicht erzeugen können. Je mehr wir in unserer Trainerwelt stecken, desto mehr fällt uns natürlich auf, was Hundehalter gut machen oder aber auch verbessern können. 

Gerade in den Anfängerjahren ist dies aber auch eine kleine Krux. Hundetrainer wollen mit dem Hund und dem Menschen arbeiten und Deine „Mission“ besteht darin, dem Team zu helfen. Du meinst es gut – aber nicht jeder will Deinen oder meinen Tipp haben. Der Kontext spielt eine große Rolle. Hier treffen nun zwei Bedürfnisse aufeinander:

  • Du möchtest beim Hundetraining helfen, damit es dem Team besser geht.
  • Der Halter möchte möglichst schnell aus der unangenehmen Situation heraus, speziell in der Öffentlichkeit. Ihm ist es nicht lieb, „einfach so“ von Fremden angesprochen zu werden, um dann ungewollt kluge Tipps zu erhalten. In dieser angespannten Situation ist ein Lernen und ein Switch aus dem Troubleshooting in eine Lern- und Trainingssituation kaum möglich. 

Fazit: Der motivierte Trainer erhält eine Abfuhr und ziemlich sicher wird sein, dass sich der Hundehalter, sollte er sich für einen Hundetrainer entscheiden, einen anderen auswählt.

Natürlich kann der Trainer auch mal Glück haben, aber meistens sind die Hundehalter in diesem Akutmoment semi-begeistert über den Vorschlag, etwas anderes auszuprobieren. Sie fühlen sich vorgeführt. 

Was können wir Hundetrainer tun?

„Keine Behandlung ohne Auftrag“. Das klingt hart, aber bringt sehr viel Klarheit für alle Beteiligten. Ich persönlich wünsche mir umgekehrt ja auch, dass mein Kunde

  • freiwillig und gerne mit mir zusammenarbeitet.
  • das Problem selbst lösen möchte und nicht, weil ich das für eine gute Idee halte, sondern er selbst.

Daher müssen wir, auch wenn es schwerfällt, die Zähne zusammenbeißen und warten, bis der Kunde an unsere Tür klingelt. Er sollte selbst entscheiden, wann sein Leidensdruck hoch genug ist, ein Training zu beginnen.

Übrigens, können Du und ich uns recht leicht in seine Position hineinversetzen. Stell Dir vor, es geht nicht um den Hund – mit dem Thema kennen wir uns ja bestens aus – sondern um einen Esel. Auch mit diesem Lebewesen müssen wir uns auseinandersetzen. Wir werden viele Dinge richtig machen, aber wir werden auch Dinge tun, die man optimieren kann. Befindest Du Dich gerade in einer Situation, in der Dein Esel gerade nicht das tut, was Du Dir wünschst, wird Dich das stressen. Je nach Tagesverfassung mehr oder weniger. Je mehr Druck meistens aber vorhanden ist, desto weniger kann man dann Menschen gebrauchen, die noch „gute Ratschläge“ geben … Ein paar Stunden später, wenn Du oder ich wieder entspannt sind, dann kann es gut sein, dass wir feststellen, dass die Person vielleicht Recht hatte. Allerdings gefiel uns die „Überrumpelungsaktion“ nicht, also die Art, wie das Gespräch gelaufen ist. Du merkst, Fingerspitzengefühl ist ein ganz wichtiger Punkt und Kunden möchten sich angenommen fühlen. 

Wie handhabst Du das mit Deinen angehenden Kunden? Welche Erfahrungen hast Du gemacht? Sicherlich gibt es die eine oder andere interessante und vielleicht auch lustige Erfahrung. Ich freue mich auf Deine Antworten.

Deine Tina 

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