Blogbeitrag: Jagdhunde

Frau Meier, unsere Bernhardinerhündin, von der ich im Blog schon öfter mal erzählt habe, zeigt regelmäßig auf unseren Spaziergängen Jagdverhalten. Und dabei ist sie kein klassischer Jagdhund. Das, was sie zeigt, ist für Außenstehende oftmals überhaupt nicht als Jagdverhalten erkennbar. Auf der Suche nach der nächsten spannenden Fährte ist sie immerzu mit der Nase auf dem Boden und schnüffelt. Sie zeigt ein sogenanntes Orientierungsverhalten (ungerichtetes Appetenzverhalten), welches schon als Sequenz des Jagdverhaltens gilt.
Schnelles Verfolgen und Hetzen eines Beutetieres – eben das, was wir zuerst im Kopf haben, wenn wir an einen Jagdhund denken – wäre für Frau Meier aufgrund ihrer Statur auch eher mühsam. Was aber nicht heißt, dass sie es nicht tun würde, wenn sich die Chance ergebe. Im Normalfall lebt sie ihre Jagdleidenschaft aber eher durch das Erschnüffeln von potentieller Beute aus.

Jagdhunde in Gruppen eingeteilt

Durch Selektion und Zucht ist es so, dass nicht jede Hunderasse alle Abschnitte des Jagdverhaltens gleich intensiv zeigt. Bei manchen Rassen fehlen gewisse Teilabschnitte oder der Hang zur Jagd fast vollständig, andere zeigen gewisse Sequenzen dafür umso ausgeprägter. Dies hat mit dem Zweck zu tun, für den der jeweilige Hund ursprünglich gezüchtet wurde.
Auch, wenn ein Hund primär für die Jagd gezüchtet wurde und somit als „Jagdhund“ gilt, ist er nicht gleichermaßen für alle Aufgaben, die die Arbeit an der Seite eines Jägers mit sich bringen, gleich gut geeignet. So findet beispielsweise die eine Rasse eher Verwendung im Anzeigen von Wild, während eine andere Rasse eher im Apportieren der Beute glänzt.
Im Folgenden stelle ich Dir einige Spezialisierungen von Jagdhunden vor:

Erdhunde (z. B Dackel, Jagdterrier)
Erdhunde zeigen häufig fast alle Sequenzen des Jagdverhaltens. Diese recht kleinen Jagdhunde sind meistens sehr selbstbewusst, da sie bei der Arbeit im Fuchs- oder Dachsbau auf sich allein gestellt sind und dementsprechend sehr überlegt vorgehen müssen.

Stöberhunde (z. B Cockerspaniel, Wetterhoun)
Stöberhunde sind Jagdhunde, die nah beim Menschen arbeiten. Sie stöbern das Beutetier auf und verharren im Anschluss liegend, bis der Jäger das Tier erlegt hat. Erst dann kommen sie wieder zum Einsatz, indem sie das erlegte Tier apportieren. Bei diesen Jagdhunden sind das Orten, Fixieren, Packen und Apportieren besonders ausgeprägt.

Vorstehhunde (z. B. Magyar Vizslar, Pointer)
Auch bei diesen Jagdhunden sind, genauso wie beim Stöberhund, das Orten, Fixieren, Packen und Apportieren von großer Bedeutung. Der Vorstehhund spürt das Wild auf und zeigt dieses durch das sogenannte Vorstehen an. Erst, wenn der Jäger das Tier erlegt hat, wird der Vorstehhund wieder aktiv und apportiert die Beute.

Apportierhunde (z. B Labrador Retriever, Golden Retriever)
Diese Jagdhunde, die vor allem für die Jagd auf Wasservögel und Niederwild gezüchtet werden, verweilen ruhig beim Jäger, bis dieser das Wild erlegt hat. Erst dann werden sie losgeschickt, um das erlegte Tier zu apportieren. Hier sind das Orten, Packen und Apportieren von großer Bedeutung.

Laufhunde (z. B. Bracken, Beagle)
Bei diesen Jagdhunden sind die Jagdsequenzen Orten und Hetzen von besonderer Bedeutung. Diese Rassen sind dafür gezüchtet, in großen Gebieten freilaufend eingesetzt zu werden, das Wild aufzuspüren und dem Jäger entgegen zu treiben. Bei der Jagd geben sie oft schreiende/quietschende Geräusche von sich, den sogenannten Spurlaut. So kann der Jäger immerzu und auch über weite Entfernung verfolgen, wo der Hund sich befindet.

Jagdhunde und Jagdverhalten allgemein sind sehr spannende und breit gefächerte Themen. Als Hundetrainer wirst Du ziemlich sicher häufig dazu befragt oder wegen jagdbedingter Probleme, die nicht nur bei speziellen Jagdhunden auftreten, konsultiert.
Vielleicht magst Du Dein Wissen in diesem Bereich auffrischen und viel darüber lernen, wie man ein positives Anti-Jagd-Training aufbaut, bei dem Hund und Mensch sehr zusammenwachsen und gemeinsam Spaß haben?
Dann melde dich doch gerne bei unserem regelmäßig stattfindenden Seminar „Anti-Jagd-Training an. Weitere Informationen findest Du hier: https://www.ziemer-falke.de/veranstaltung/anti-jagdtraining

Vielleicht sehen wir uns ja bald!
Viele Grüße,
Eure Tina

0 Kommentare

Dein Kommentar

An Diskussion beteiligen?
Hinterlasse uns Deinen Kommentar!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.