interventionstechniken

21. Februar 2017 // Woche 27

Hallo ihr Lieben,
wir sind es wieder!

Die Interventionstechniken aus Lektion 8 Kapitel 3 finde ich interessant, befürchte aber, dass die meisten Hundehalter nicht die Geduld aufbringen, die im Script angegeben ist. Ich glaube, in der Mehrzahl suchen sie nach einer schnellen Lösung.

Ich trainiere artig

Obwohl wir weder Halti noch Maulkorb brauchen, habe ich beides daheim und „trainiere“ nach Anleitung mit Cora. Gar kein Problem, der sonst eher misstrauische Hund erweist sich als neugierig und frisst sofort aus dem Halti und dem Maulkorb. Chica dagegen zickt und versucht sich das Ding sofort abzustreifen. Gut, dass sie wegen ihrer Kleinwüchsigkeit nicht auf Rennen muss. Würde jetzt ohnehin nicht gehen. Die Kälte hat uns fest im Griff und Chica schaut nur noch vorwurfsvoll, wenn wir rausgehen. Dabei ist sie mit Body und Thermomantel eigentlich gut eingepackt. Aber die Füßchen schimmern sofort rot und statt mit vier läuft sie wechselnd mit drei Beinen.

Interventionstechniken – oder Augen zu und durch?

Gestern war auch noch Sturm bei minus 13 Grad. Und mir rutschte das Herz in die Hose. Die Schneeräumer waren unterwegs. Das Trauma vom letzten Jahr, als Cora binnen Sekunden zum Killer mutierte und kläffend die Verfolgung aufnahm, das süffisante Grinsen der stoppenden Fahrer, während ich versuchte, mein Ungeheuer wieder einzufangen, vergesse ich nie. Also doch spontan eine der Interventionstechniken anwenden? Das Halti? Doch zu spät, wir waren ja schon unterwegs.

Der Feind naht

Die Blinklichter verkündeten prompt, dass der Feind nahte, ich griff die Leine kürzer. Und nichts passierte. Cora lief gelassen neben mir her und alles wäre gut gewesen. Hätte das Gefährt nicht eine schwarze große Mülltüte in die Luft geschleudert, die jetzt im Sturm hochwirbelte. Cora zog ruckartig an, ich hatte Mühe, sie zu halten, weil Chica aus ihrer Kälte-Lethargie erwacht war und senkrecht in der Leine stand. Ich konzentrierte mich auf mein Kraftpaket links. Rechts schlüpfte Chica aus dem Geschirr (wie sie das geschafft hat, ist mir ein Rätsel) und raste zur Tüte. Und Cora? Fing an – es war morgens um sechs und stockdunkel – laut und wütend zu bellen. Dabei schaute sie nicht nach der Tüte, sondern nach mir. Da hätte das Halti auch nicht geholfen. Sie war stocksauer, weil Chica was tat, was sie nicht durfte. Die kleine Maus hatte aber bald genug von ihrer Jagd und ließ sich willig das inzwischen eiskalte und schneenasse Geschirr überziehen.

Blamiert! Egal, ich mache weiter!

Und erst jetzt sah ich, dass ich schon wieder amüsierte Zuschauer hatte: den Zeitungsmann und eine junge Frau, die wohl zur S-Bahn wollte. Ich lächelte verkrampft, murmelte etwas wie „Die sind nicht immer so“ und suchte dabei panisch, wo es die Tüte hingeweht hatte. Gefunden habe ich sie nicht, bis heute nicht. Aber der Sturm ist weg, dafür haben wir Dauerschneefall. Und ich gehe zum nächsten Kapitel über, dem Nasentraining.

uschi-birr-profilbild

Name: Uschi Birr

Namen der Hunde: Chica, Cora

Wer bin ich? Hundefreundin, Menschenfreundin, Journalistin

Wäre mein Hund ein Mensch, wäre er…? Chica wäre ein Stille-Wasser-Mensch, der immer seinen Willen durchsetzt. Cora ein Triathlon-Athlet.

Ich liebe Hunde, weil…? Sie mir zeigen, wie toll das Leben ist und wie man es am besten meistert.