Golden Retriever steht auf Sanddüne bei sonnigem Wetter am Meer
7. Juni 2019 /
  • Tipps für Deine Hundeschule / 
  • Wissenswertes

Hunde & Sommer: 6 Tipps für heiße Tage

Unsere Hunde lassen es sich oft nicht anmerken, doch auch sie leiden im Sommer unter der großen Hitze und der starken Sonneneinstrahlung. Wusstest Du, dass sie ebenso wie wir einen Sonnenbrand und auch einen „Hitzschlag“ bekommen können?

Es liegt also in unserer Verantwortung, unsere vierbeinigen Freunde richtig und rechtzeitig zu schützen. Auch auf unsere Kunden in der Hundeschule sollten wir achten. Hier habe ich ein paar wichtige Tipps für Dich zusammengestellt:

 

1. Mittagshitze meiden

Um unsere Hunde vor Sonnenbrand oder gar Hautkrebs zu schützen gilt wie für uns Menschen: Sonnenbäder zwischen 11 und 15 Uhr am besten vermeiden. Du kannst Deinen Hund zusätzlich an Stellen mit wenig Haaren (wie beispielsweise am Bauch oder an den Ohrspitzen) mit unparfümiertem Sunblocker eincremen. Besonders empfindlich sind unpigmentierte Stellen bei hellen oder sehr kurzhaarigen Tieren, bei denen (rosa) Haut zu sehen ist.

Die sinnvollste Prophylaxe bleibt das Meiden der direkten Sonne zur Mittagszeit. Übrigens: Auch bei bewölktem Himmel besteht die Gefahr eines Sonnenbrandes.

 

2. Schatten ist das A und O

Du kannst Deinen Hund mit an den Badesee oder an den Strand nehmen? Herrlich! Achte aber unbedingt darauf, dass für ihn ein Schattenplatz (zum Beispiel unter einem Baum oder unter einem Sonnenschirm) vorhanden ist und er sich ebenfalls ab und zu im Wasser abkühlen kann und trinken darf, sofern es sich um Süßwasser handelt. Wenn Du Urlaub am Meer oder einen Strandtag einlegst, solltest Du unbedingt Wasser für Deinen Hund einpacken.

Wichtig zu wissen: Nicht alle Sonnenschirme und Sonnensegel halten die UV-Strahlen gleich gut ab. Achte beim Kauf auf entsprechende Hinweise.

 

3. Höchste Alarmstufe Auto

Man kann es nicht oft genug wiederholen: Den Hund bei Sonne (auch außerhalb der Sommermonate!) nicht im Auto lassen! Bereits 15 Minuten in einem geschlossenen Wagen bei direkter Sonne sind lebensgefährlich. (Quelle: ÄRZTEZEITUNG.) Für sommerliche Aufenthalte im Auto gilt: Nur kurz (!) und nur im garantierten Schatten (z. B. in der Parkgarage mit ordentlicher Lüftung oder Carport), denn die Sonne wandert, und wo eben noch Schatten war, kann 10 Minuten später schon pralle Sonne sein. Außerdem: vier halb geöffnete Fenster, die Durchzug garantieren und natürlich einen gefüllten Wassernapf bereitstellen.

Mein Tipp: Es gibt auch spezielle Haken (Airkit, Abstandhalter oder Aufstellhaken genannt) für die Kofferraumtüre, die diese einen Spalt geöffnet halten. Schutzblenden oder dunkle Folien für die Scheiben verhindern zudem die direkte Sonneneinstrahlung.

 

4. Vorsicht bei „Knautschnasen“ und langhaarigen Hunden

Alle kurznasigen Rassen, vom Deutschen Boxer bis zum Pekingesen, leiden sehr unter großer Hitze, da sich die Folgen ihrer deformierten Atemwege dann besonders bemerkbar machen. Wenn Dein Hund einer solchen Rasse angehört, wähle am besten nur schattige Wege fürs Gassigehen. Längere Touren solltet Ihr nur machen, wenn es kühler ist, also morgens oder abends. Achte besonders auf Erschöpfungsanzeichen wie starkes Hecheln oder Hinlegen.

Normalerweise ist das Hundefell ein perfekter Schutz gegen Kälte, Feuchtigkeit, Wind und natürlich gegen Sonne und Hitze. Ein Scheren des Fells im Sommer stört diesen natürlich Schutz eher, als es nützt. Trotzdem: Rassen mit sehr lang und/oder sehr dicht gezüchtetem Fell wie Pekingesen oder Neufundländer haben Probleme in sommerlicher Hitze. Hier empfiehlt sich, das Fell zu kürzen. Lasse dies aber unbedingt einen Fachmann (Hundefriseur/Groomer) erledigen, denn falsch oder zu kurz geschorenes Fell bietet unter Umständen gar keinen Sonnenschutz mehr. Schwarze Hunde leiden stärker unter Hitze als helle. Besondere Vorsicht sollte auch bei chronisch kranken und alte Hunde geboten sein.

 

5. Wasser, Wasser, Wasser – aber das Richtige!

Egel, wo Ihr Euch gerade aufhaltet: Trinken ist in der Sommerhitze das Wichtigste – für Euch beide. Packe daher am besten immer eine Flasche Wasser mit ein. Für den schnellen Drink unterwegs eignen sich für den Hund natürlich auch fließende Gewässer wie Bäche und Flüsse oder größere Seen, in denen er sich zusätzlich abkühlen kann.

Vorsicht aber bei kleinen stehenden Gewässern wie Tümpeln oder auch Pfützen! Sie sind vor allem im Sommer häufig voll von Bakterien und anderen Krankheitskeimen wie zum Beispiel den Erregern der gefährlichen Leptospirose (Quelle: Wikipedia), die sich dort gut vermehren können.

 

6. Training bei Sommerhitze?

Bei großer Hitze auf dem sonnigen Hundeplatz zu trainieren, macht keinen Sinn. Hunde und Menschen schwitzen und sind abgeschlagen. Die Konzentration geht meist gen Null, ganz abgesehen von der Sonnenbrand- und Sonnnestich-Gefahr. Verlege die Trainingsstunden, wenn irgendwie möglich,am besten in die Morgen- oder Abendstunden. Oder sei kreativ und biete beispielsweise eine Trainingseinheit im schattigen Wald an.

Bei älteren Kunden empfehle ich Dir, wachsam zu sein. Sie vertragen die Sonne in der Regel noch schlechter. Einige Sitzgelegenheiten und Schattenplätze unter einem Sonnenschirm oder -Segel an sind sicher gut. Und vielleicht stellst Du auch Getränke und Sonnencreme bereit.

Eure Tina

Kristina Ziemer-Falke

Sie ist Hundetrainerin und Verhaltensberaterin mit Leib und Seele. Ihre zahlreichen ergänzenden Ausbildungen auf dem Gebiet der Hundeerziehung und -ernährung, der Tierheilpraxis und des Hundesports sowie ihre langjährige Praxiserfahrung als Dozentin und Hundetrainerin machen Sie zu einer echten Hunde- und Menschenversteherin. Doch ihr Herz schlägt nicht nur für Vierbeiner. Kristina engagiert sich stark für den Nachwuchs und ist aktiv im Prüfungsausschuss der Tierärztekammer Niedersachsen für Hundetrainerzertifizierungen. Mit ihrem Mann Jörg teilt sie ihre große Leidenschaft. 2011 gründeten sie gemeinsam das Ziemer & Falke-Schulungszentrum, das sie seither mit viel Herzblut und Erfolg und zahlreichen Standorten in ganz Deutschland führen.

0 Antworten

Hinterlassen Sie einen Kommentar

Wollen Sie an der Diskussion teilnehmen?
Feel free to contribute!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.