Uschis Blog Uschi mit ihren Hunden

29. August 2017 // Woche 40

Hilft ja nichts,  büffeln ist angesagt

Da dachte ich, dass ich im Tierschutzrecht wirklich zu Hause bin, und mache die Hausaufgaben zuerst. Fehler! Nur 50 Prozent richtig beantwortet. Aber auch wieder gut, denn jetzt lese ich Kapitel 1 von Lektion 12 gründlich durch und lerne erst einmal die ganzen Zahlen auswendig. Highlight sind wie immer die Videos mit Jörg, die bei mir immer einen bleibenden positiven Eindruck hinterlassen. Würde der gesamte Kurs aus Videos bestehen, könnte ich vermutlich sämtliche Hausaufgaben fehlerfrei und mit Bravour bewältigen. Sind sie aber nicht und ich genieße die Videos sozusagen als Belohnung für das Büffeln von Tierschutzgesetz und Haftung, Einfuhr und Zuchtbestimmungen. Und forsche nach „meinem“ Ländergesetz. Der Link zu den Länderregelungen funktioniert nicht, weil die Website gerade aktualisiert wird. Also suche ich nach der bayerischen Verordnung. Natürlich ticken die Uhren in Bayern anders, wir haben fünf gänzlich verbotene Rassen (Tosa, Staffordshire Bullterrier, Pitbull, Amstaff und Bandog), dafür aber gleich 15 potentiell gefährliche Hunde, die nur mit Negativzeugnis gehalten werden dürfen. Darunter der sonst überall verbotene Bullterrier, aber auch der Rottweiler und die Bordeauxdogge. Die Hunde aus Kategorie 1 dürfen nicht mal nach Bayern eingeführt, also auch nicht zu Ausstellungen transportiert werden.

In punkto Hundesteuer bin ich fit, hier hat jede noch so kleine Gemeinde ihre eigene Auffassung. Und ich bin eigentlich ganz gut dran. Für Hund Nummer Eins zahle ich 50, für Hund Nummer 2 nicht ganz das Doppelte, nämlich 90 Euro. Unsere Stadt gibt sich Mühe, vor jedem noch so winzigen Park und an allen Straßenecken gibt’s immer volle Tütchenspender und auch die Abfallbehälter sind vorhanden und werden ständig geleert. Das kenne ich auch anders: Da ist der Tütenspender leer, der Abfallbehälter direkt drunter und wenn man dann weiter geht, kommt nirgends mehr ein Eimer, in den man die (mitgebrachte) Kottüte werfen kann. Schlimmstenfalls laufe ich dann zwei Stunden mit zwei vollen Beuteln durch die Gegend. Aber hier im beschaulichen Städtchen haben wir sogar einen eigenen Wächter der Hundehinterlassenschaften, der gewissenhaft nachfüllt und leert. Auch wenn die Hundesteuer nicht zweckgebunden dafür verwendet werden muss, scheint bei uns doch ein Großteil ins Verhindern von würstchen-übersäten Wegen gesteckt zu werden.

Am Nachmittag verlässt mich wieder der Mut: Auf dem Trainingsplatz wird ein Malinois vorgestellt, der noch nicht einmal ein Jahr alt ist und schon zwei mal gebissen hat: Menschen, keine anderen Hunde. Die Besitzer sind verzweifelt, die Trainerin souverän. Aber was hätte ich gemacht? Ich würde jetzt gern Mäuschen spielen, aber meine zwei Hunde sind dabei und ich muss mich mit Zuschauen ohne Hören begnügen. Ich habe danach gefragt, was die Hausaufgaben für die Besitzer sind: Vier Wochen ohne Ballspiel und andere Jagdspiele, dafür endlos Kopfaufgaben und draußen Beißkorb (nach Training) und Leine. Da lasse ich mich noch zu viel von Emotionen leiten, ich stelle mir die Leute vor, die einen jungen, ungestümen, temperament-strotzenden Hund in Ruhe bringen müssen und habe sofort Mitleid mit ihnen und dem Hund. Aber vermutlich ist das eine gute Lösung, wenn alle durchhalten. Ich muss den Hund aus dem Kopf kriegen, sonst lässt er mich in den nächsten Wochen nicht mehr los.  Wir laufen also noch ein bisschen im Wald und vorsichtshalber übe ich einfach so Rückruf mit Ablenkung (Radfahrer, ein Traktor, Frau mit Kinderwagen und andere Hunde. Klappt eins A, sie sind halt keine jungen Wilden mehr. Das nächste Kapitel wird spannend, jetzt geht es an die Prüfungen.

uschi-birr-profilbild

Name: Uschi Birr

Namen der Hunde: Chica, Cora

Wer bin ich? Hundefreundin, Menschenfreundin, Journalistin

Wäre mein Hund ein Mensch, wäre er…? Chica wäre ein Stille-Wasser-Mensch, der immer seinen Willen durchsetzt. Cora ein Triathlon-Athlet.

Ich liebe Hunde, weil…? Sie mir zeigen, wie toll das Leben ist und wie man es am besten meistert.