Diabetikerwarnhund beschnüffelt die Hand seiner Besitzerin
15. Mai 2019 /
  • Wissenswertes

Der Diabetikerwarnhund

Ein ausgebildeter Lebensretter auf vier Pfoten

Noch bevor ein Mensch überhaupt spürt, was gerade in seinem Körper vorgeht, weiß der Hund schon Bescheid. Er ist sozusagen ein Frühwarnsystem auf vier Pfoten, das Veränderungen im Blutzuckerspiegel seines kranken Besitzers rechtzeitig wahrnehmen und damit sein Leben retten kann. Die Rede ist vom Diabetikerwarnhund. Er verrichtet einen äußerst wichtigen Job. Hier ein paar Hintergrundinformationen:

 

Was ist Diabetes?

Der Diabetes mellitus, auch Zuckerkrankheit genannt, ist eine Störung komplexer Stoffwechselvorgänge im Körper. Er gehört zu den am weitesten verbreiteten Krankheiten überhaupt und kann unbehandelt zu schweren Folgeschäden führen, ja sogar lebensbedrohlich sein.

Diabetes tritt in verschiedenen Schweregraden und Formen auf, Typ 1 und 2 sind die häufigsten.

Bei Typ 1 handelt es sich aller Wahrscheinlichkeit nach um eine Autoimmunerkrankung, die dazu führt, dass der Körper kaum oder gar kein Insulin (= ein körpereigenes Hormon zur Zuckerverarbeitung) mehr produziert. Es entsteht also ein Insulinmangel.

Bei Typ 2 produziert der Körper zwar Insulin, doch die Zellen sprechen darauf nicht an. Man spricht von einer Insulinresistenz.

 

Wie kann man Diabetes behandeln?

Diabetes ist nicht heilbar, man kann die Erkrankung jedoch in den Griff bekommen. Je nach Typen werden unterschiedliche Therapien angewandt. Das lebenslange Spritzen von Insulin ist bei Typ 1 notwendig, um den Zuckerstoffwechsel zu normalisieren. Typ 2 kommt vielfach noch ohne Medikamente aus, eine Umstellung der Ernährung sowie ggf. eine Gewichtsreduktion kann bereits ausreichen.

 

Was macht ein Diabetikerwarnhund?

Ein Diabetikerwarnhund ist in der Lage, Veränderungen des Blutzuckerspiegels durch erlerntes Verhalten frühzeitig wahrzunehmen und anzuzeigen, damit der Erkrankte rechtzeitig Maßnahmen einleiten kann. Unglaublich: Ein Diabetikerwarnhund bemerkt selbst nachts und sogar durch geschlossene Türen Abweichungen des Blutzuckerspiegels – eine große Erleichterung für Eltern erkrankter Kinder.

Durch diesen frühzeitigen Hinweis des Hundes haben Erkrankte die Möglichkeit, die Messung ihres Blutzuckerspiegels oder die Aufnahme von entsprechenden Kohlenhydraten (Traubenzucker, Saft, o. Ä.), rechtzeitig vorzunehmen. Diabetikerwarnhunde sind somit in der Lage, Leben zu retten. Sie können Krampfanfälle, Koma und sogar den Tod verhindern und Diabetes-Folgeerkrankungen mindern. Sie ermöglichen dem Erkrankten das Führen eines fast normalen Lebens und geben ein großes Stück Lebensqualität und Sicherheit zurück. Leider ist es für die Erkrankten nicht einfach, einen ausgebildeten Hund zu bekommen. Nicht jede Krankenkasse übernimmt die Kosten der Ausbildung und Anschaffung.

 

Wie wird ein Diabetikerwarnhund ausgebildet?

Ein Diabetikerwarnhund lernt durch intensives Training, selbständig zu Handeln und wenn nötig z. B. ein Messgerät zu apportieren oder Familienmitglieder auf die Situation aufmerksam zu machen und Hilfe zu holen.

Lieben Gruß

Deine Tina

Kristina Ziemer-Falke

Sie ist Hundetrainerin und Verhaltensberaterin mit Leib und Seele. Ihre zahlreichen ergänzenden Ausbildungen auf dem Gebiet der Hundeerziehung und -ernährung, der Tierheilpraxis und des Hundesports sowie ihre langjährige Praxiserfahrung als Dozentin und Hundetrainerin machen Sie zu einer echten Hunde- und Menschenversteherin. Doch ihr Herz schlägt nicht nur für Vierbeiner. Kristina engagiert sich stark für den Nachwuchs und ist aktiv im Prüfungsausschuss der Tierärztekammer Niedersachsen für Hundetrainerzertifizierungen. Mit ihrem Mann Jörg teilt sie ihre große Leidenschaft. 2011 gründeten sie gemeinsam das Ziemer & Falke-Schulungszentrum, das sie seither mit viel Herzblut und Erfolg und zahlreichen Standorten in ganz Deutschland führen.

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