Das eigentliche Training beginnt schon vor dem Training
6. November 2018 /
  • Training & Verhalten

Das eigentliche Training beginnt schon vor dem Training

Auf nach Marktheidenfeld zum Training vor dem Training…

Auf ging es, quer durch Deutschland. In Marktheidenfeld hatten wir bei unserer lieben Dozentin Janine Peischl in den letzten zwei Tagen einen tolles Seminar. An ihrem Standort (Schnüffel’s, Kreuzbergstraße 5, 97828 Marktheidenfeld) konnten wir viele Fragen rund um ein stressfreies Hundetraining klären. Wir waren eine nette kleine Gruppe und hatten eine super Veranstaltung rund um das Thema „Das eigentliche Training beginnt schon vor dem Training“. Es waren tolle Teilnehmer und Hunde dabei. An Janine ein großes Dankeschön, dass alles wieder so fantastisch organisiert wurde.

Viele fragen mich immer: „Was macht Ihr in dem Seminar, das so einen merkwürdigen Namen hat?“ Gerne bringe ich Licht ins Dunkle. Entstanden ist dieses Seminar, weil ich festgestellt habe, dass sich Hundetrainer oft auf die eigentlichen Inhalte der Trainingsstunde konzentrieren. Das ist natürlich sehr gut und auch sicher gewünscht. Allerdings fällt mir immer und immer mehr der Nebenschauplatz auf. Dieser lässt sich zu 40 % optimieren und erleichtert Dein Training ungemein, wenn Du diesen Schauplätzen Beachtung schenkst.

Was machen wir vor dem Training denn alles so?

  • Sind die Trainingsbedingungen wirklich gut? – Und damit meine ich nicht den Teil, in dem wir den Kunden drauf aufmerksam machen, dass er in einer reizarmen Umgebung trainieren soll.
  • Wie kommt der Kunde auf dem Platz an?
  • Wie genau ist seine Fütterungsposition?
  • Weiß der Kunde, was ich mit Timing meine? Oft weiß er es nicht, auch wenn bereits darüber gesprochen hatten.
  • Sind Halter und Hund impulskontrolliert? Was mache ich, wenn nicht?
  • 1000 Fragen mehr…
Das eigentliche Training beginnt schon vor dem Training

Achte als Trainer schon vor dem Training auf das Verhalten Deines Kunden und dessen Hundes.

Und wie lösen wir die Probleme, die neben dem Training noch so entstehen?

Tja, hier bleibt nichts anderes zu tun, als die Teilnehmer ins kalte Wasser zu schubsen. Mit den eigenen Hunden wird nun eine Trainingsstunde absolviert, wie sie in Hundeschulen abläuft. Das Ganze wird gefilmt und dann geht es ans

  • Eingemachte:Warum hast Du so gestanden, wie Du standest? Und was ist die Konsequenz daraus?
  • Warum hat der Kunde den Arm links anders als rechts gehalten, als er auf den Platz kam?
  • Warum zeigt der Hund jetzt Stressanzeichen? Was macht dies mit ihm?
  • … und zig Kleinigkeiten mehr… schließlich steckt der Teufel im Detail.

Danach bleibt es spannend. Denn dann kreieren wir die Lösungen für das passende Training. Was können wir optimieren, um den Hund besser und entspannter Lernen zu lassen? Was sind unsere Kriterien und Werte? Was macht Spaß und bringt Erfolg und was fliegt in Zukunft raus?

Somit kannst Du Dir gut vorstellen, dass die Hunde abends gut müde sind und die Teilnehmer neue Werkzeuge erhalten, um ihre Kunden zu unterstützen.

Dieses Seminar ist eines meiner Lieblingsseminare. Wir arbeiten über zwei Tage mit den Wünschen und Gegebenheiten der Teilnehmer.  Einmal, um das Auge zu schulen, aber auch um die klassischen Probleme zu lösen, die eben nicht im Training, sondern aufgrund des Nebenschauplatzes entstehen.

Das Seminar ist in seiner Art einzigartig und ich liebe es, die Teilnehmerwünsche mit einzubauen und Lösungen zu stricken, die immer individuell auf den Hund, den Halter und den Trainer angepasst sind.

Mein Trainingstipp für Dich:

Eine kleine Trainingsaufgabe schon mal für Dich und Deine Hundeschule:

Beginne das Training nicht erst, wenn der Halter Dich begrüßt. Starte Du selbst schon, sobald Du ihn siehst. Beobachte, wie er mit seinem Hund umgeht, wenn er ihn aus dem Auto holt.

  • Wirkt der Halter anspannt?
  • Ist er entspannt?
  • Wie ist der Hund drauf?
  • Gibt es eine fließende Kommunikation zwischen beiden?
  • Erkennst du nur durch Beobachtung, ob Dein Kunde wirklich entspannt ist oder ob er doch ein Stresspaket mitbringt?

Sprich Deinen Kunden auch gerne an und nimm diese Beobachtung mit in Deinen Unterricht. Du merkst, dass es Dir nach einiger Zeit immer leichter fällt, Deinen Kunden richtig einzuschätzen und das aktuelle Training flexibel danach auszurichten.

Ich wünsche Dir viel Spaß!

Deine Tina 🙂

Kristina Ziemer-Falke

Sie ist Hundetrainerin und Verhaltensberaterin mit Leib und Seele. Ihre zahlreichen ergänzenden Ausbildungen auf dem Gebiet der Hundeerziehung und -ernährung, der Tierheilpraxis und des Hundesports sowie ihre langjährige Praxiserfahrung als Dozentin und Hundetrainerin machen Sie zu einer echten Hunde- und Menschenversteherin. Doch ihr Herz schlägt nicht nur für Vierbeiner. Kristina engagiert sich stark für den Nachwuchs und ist aktiv im Prüfungsausschuss der Tierärztekammer Niedersachsen für Hundetrainerzertifizierungen. Mit ihrem Mann Jörg teilt sie ihre große Leidenschaft. 2011 gründeten sie gemeinsam das Ziemer & Falke-Schulungszentrum, das sie seither mit viel Herzblut und Erfolg und zahlreichen Standorten in ganz Deutschland führen.

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