Musst Du mit Deinem Hund zum Tierarzt, ist dies meist eine Ausnahmesituation. Dein Hund lässt sich plötzlich nicht mehr so entspannt anfassen wie sonst. Er merkt natürlich gleich, dass Du auch angespannter bist als üblich und der Kontext eh ein anderer ist. Unbekannte Berührungen können folglich noch mehr stressen. Unsere Aufgabe als Trainer besteht darin, die Hunde als auch unsere Kunden dafür zu sensibilisieren. Ab der Welpengruppe in der Hundeschule kann es schon losgehen.

 

Das Tierarzttraining kannst Du schon von klein auf mit Deinem Hund durchführen. Übe mit ihm …

… dass er sich am ganzen Körper anfassen lässt, insbesondere:

  • am Bauch
  • an den Pfotenballen
  • an den Ohren (zur Ohrenkontrolle)

… das Anheben seiner Lefzen und das Öffnen seiner Schnauze:

  • zur Begutachtung der Schleimhäute
  • zur Begutachtung seiner Zähne

Steigerung wäre: Deinen Hund entspannt hochheben zu können.

 

Vorbereitende Maßnahmen:

  • Gewöhne Deinen Hund durch langsame Annäherungsschritte, dass er sich überall anfassen lässt.
  • Vielleicht kannst Du bei Deinem Tierarzt einmal nachfragen, ob Du Dich mit Deinem Hund kurz im Wartezimmer oder in anderen Praxisräumen aufhalten darfst. Dort übst Du mit Deinem Hund die Berührungen weiter. Danach geht ihr wieder. Lob natürlich nicht vergessen ;-).

 

Für das Training in den Räumlichkeiten der Tierarztpraxis sind folgende Punkte wichtig:

  • Nimm Dir Zeit für den Besuch.
  • Nimm Lieblingsleckerchen oder das Lieblingsspielzeug Deines Hundes mit.
  • Zeigt Dein Hund bereits vor Eintritt der Praxis Angstanzeichen, ist hier die Reizgrenze und auch die erste Trainingsstation.
  • Weiterhin sollte Dein Hund erst die Praxisräume betreten, wenn er angstfrei ist. Für einzelne Räume innerhalb der Praxis gilt das Gleiche. Es bringt nichts, wenn wir den Hund zwar durch alle Räume „ziehen“, er aber Angstverhalten zeigt. Lieber erfolgreich bei der Annahme trainieren, im entspannten Zustand aufhören und das Training an einem anderen Tag fortsetzen.
  • Dein Hund sollte angeleint bleiben! Er könnte im schlimmsten Fall fliehen oder den Kontakt zu anderen Tieren im Wartebereich suchen. Dies löst Unbehagen bei anderen Besitzern und den Tieren aus. Oder es kann zu Beißereien kommen.
  • Sollte ein Tierarztbesuch nötig werden, obwohl Dein Hund noch Angstverhalten zeigt und das Training noch nicht abgeschlossen ist, macht es Sinn, ihn im Auto warten zu lassen bis er an der Reihe ist. Natürlich ist die Voraussetzung, dass er das Autofahren mag und das Auto als Ort der Entspannung ansieht! Zudem helfen kleine Spaziergänge. Dein Hund muss somit nicht in die Praxis und kann zudem Stress durch Bewegung abbauen.

Das Training läuft also immer separat und in kleinen Schritten ab. Dein Hund sollte Dir bei allen Übungen vertrauen, umso entspannter wird er sein. Berichte mir gerne von Deinen Erfolgen und Deinen Trainingsschritten.

Alles Liebe und eine gute Woche!

Deine Tina

5 Punkte, die Du bei einer Leinenaggression abfragen solltest, bevor Du das Training beginnst.

 

Viele Hunde leiden unter einer sogenannten „Leinenaggression“. Für den Hundehalter ist dies meist eine sehr stressige Situation und er sucht Rat bei uns Trainern.

Um trainieren zu können, müssen jedoch zuerst einige Basics erfragt und herausgefunden werden, da die Ursache einer Leinenaggression immer verschieden sein kann – übrigens auch bei einem Hund in unterschiedlichen Situationen. Es gibt nicht nur den einen Grund, weshalb ein Hund an der Leine Aggressionsverhalten zeigt.

Geh mit mir die folgenden 5 Punkte durch, um der Ursache „Leinenaggression“ auf den Grund zu gehen:

 

  1. Möchte der Hund zum auslösenden Reiz hin oder möchte er davon weg?
    Was ist das Bedürfnis des Hundes? Kommt dem Hund ein anderer entgegen, beschreiben Hundehalter oft, dass der Hund knurrt und bellt. Finde heraus, ob es um das Bedürfnis „Kontaktaufnahme“, also zum Hund hin, geht – oder um das Gegenteil, nämlich eine Distanzvergrößerung und somit um die Vermeidung von Kontakt. Hinter beidem steht eine unterschiedliche Motivation, als auch ein unterschiedliches Gefühl des Hundes. Dies ist für Dein später angedachtes Training von Bedeutung.

 

  1. Steht die Leinenaggression ist Zusammenhang mit dem Hundehalter?
    „Stress läuft die Hundeleine herunter“, heißt es so schön. Hunde nehmen die Stimmung ihres Herrchens war, dazu bedarf es keine weiteren Hilfsmittel. Durch den gemeinsamen Kontakt (die Verbindung über die Leine) nimmt der Hund jedoch den Stress, als auch kleinste unbewusste Bestätigungen und Handlungen (beispielsweise über die Hand) wahr. Dies bedeutet, dass eine Aggression in Zusammenhang mit dem Hundehalter an der Leine – je nach Typus Hund und Mensch – stärker oder schwächer ausfallen kann. Für Deine Analyse ist es aber wichtig, dass Du das herausfindest. Die große Frage ist also: Welche Rolle spielt Dein Kunde bei der Leinenaggression?

 

  1. Was ist der genaue Auslöser?
    Es müssen nicht immer „der ganze Hund“, nur Rüden oder nur Hündinnen sein. Oft sind die Auslöser viel kleiner. Das erkennst Du beispielsweise daran, dass der entgegenkommende Hund über eine gewisse Distanz lange gut ausgehalten wird und einige Hunde überhaupt kein aggressives Verhalten zeigen, obwohl sie „den ganzen Hund“ bereits einige Zeit lang sehen. Das unerwünschte Verhalten beginnt vielleicht erst, wenn der Hund eine kritische Distanz unterschreitet, sein eigenes Verhalten verändert oder seine Mimik anders einsetzt. Das allein könnten schon Triggerpunkte sein, weshalb sich Dein Kundenhund plötzlich anders verhält.

 

  1. Spielen andere Ressourcen eine Rolle?
    Viele Hundehalter möchten ihren Hund gerne ablenken und nehmen als Notfallmaßnahme einen Ball auf den Spaziergang mit. Sie möchten ihren Hund auf andere Gedanken bringen und ihn so von dem anderen Reiz ablenken. Bei vielen passiert jedoch das genaue Gegenteil – der Hund rastet noch mehr aus. Hier spielen Ressourcen eine wichtige Rolle und Du solltest überprüfen, ob der Kunde diese richtig einsetzt bzw. ob sie überhaupt Sinn ergeben. Denn schnell kann sich der Hund Sorgen machen, warum Frauchen gerade im schlimmsten Fall, nämlich bei Sichtung des Erzfeindes, das Lieblingsspielzeug herausholt. Schließlich könnte dieser es ja wegnehmen…

 

  1. Wichtige Frage: Wie geht es dem Hund – und dem Hundehalter – in der Situation, wenn der Hund pöbelt?
    Das Ausdrucksverhalten und die Gefühlswelt sollten von Dir klar definiert worden sein, bevor Du eine vorläufige Diagnose stellen und das Training beginnen kannst.

 

Erzähle mir von Deinen Erfahrungen! Oft ist es so, dass die Analyse drum herum länger dauert, als das eigentliche Training. Ist es bei Dir auch so?

Alles Liebe und einen guten Start in die Woche!

Deine Tina

Sicher bist Du schon von Deinen Kunden oder Bekannten gefragt worden, ob Du nicht das Bedürfnis hast in eine Situation einzugreifen, wenn Du siehst, dass Hundehalter mit ihren Hunden in der Öffentlichkeit hilflos wirken oder ein gewünschtes Verhalten nicht erzeugen können. Je mehr wir in unserer Trainerwelt stecken, desto mehr fällt uns natürlich auf, was Hundehalter gut machen oder aber auch verbessern können. 

Gerade in den Anfängerjahren ist dies aber auch eine kleine Krux. Hundetrainer wollen mit dem Hund und dem Menschen arbeiten und Deine „Mission“ besteht darin, dem Team zu helfen. Du meinst es gut – aber nicht jeder will Deinen oder meinen Tipp haben. Der Kontext spielt eine große Rolle. Hier treffen nun zwei Bedürfnisse aufeinander:

  • Du möchtest beim Hundetraining helfen, damit es dem Team besser geht.
  • Der Halter möchte möglichst schnell aus der unangenehmen Situation heraus, speziell in der Öffentlichkeit. Ihm ist es nicht lieb, „einfach so“ von Fremden angesprochen zu werden, um dann ungewollt kluge Tipps zu erhalten. In dieser angespannten Situation ist ein Lernen und ein Switch aus dem Troubleshooting in eine Lern- und Trainingssituation kaum möglich. 

Fazit: Der motivierte Trainer erhält eine Abfuhr und ziemlich sicher wird sein, dass sich der Hundehalter, sollte er sich für einen Hundetrainer entscheiden, einen anderen auswählt.

Natürlich kann der Trainer auch mal Glück haben, aber meistens sind die Hundehalter in diesem Akutmoment semi-begeistert über den Vorschlag, etwas anderes auszuprobieren. Sie fühlen sich vorgeführt. 

Was können wir Hundetrainer tun?

„Keine Behandlung ohne Auftrag“. Das klingt hart, aber bringt sehr viel Klarheit für alle Beteiligten. Ich persönlich wünsche mir umgekehrt ja auch, dass mein Kunde

  • freiwillig und gerne mit mir zusammenarbeitet.
  • das Problem selbst lösen möchte und nicht, weil ich das für eine gute Idee halte, sondern er selbst.

Daher müssen wir, auch wenn es schwerfällt, die Zähne zusammenbeißen und warten, bis der Kunde an unsere Tür klingelt. Er sollte selbst entscheiden, wann sein Leidensdruck hoch genug ist, ein Training zu beginnen.

Übrigens, können Du und ich uns recht leicht in seine Position hineinversetzen. Stell Dir vor, es geht nicht um den Hund – mit dem Thema kennen wir uns ja bestens aus – sondern um einen Esel. Auch mit diesem Lebewesen müssen wir uns auseinandersetzen. Wir werden viele Dinge richtig machen, aber wir werden auch Dinge tun, die man optimieren kann. Befindest Du Dich gerade in einer Situation, in der Dein Esel gerade nicht das tut, was Du Dir wünschst, wird Dich das stressen. Je nach Tagesverfassung mehr oder weniger. Je mehr Druck meistens aber vorhanden ist, desto weniger kann man dann Menschen gebrauchen, die noch „gute Ratschläge“ geben … Ein paar Stunden später, wenn Du oder ich wieder entspannt sind, dann kann es gut sein, dass wir feststellen, dass die Person vielleicht Recht hatte. Allerdings gefiel uns die „Überrumpelungsaktion“ nicht, also die Art, wie das Gespräch gelaufen ist. Du merkst, Fingerspitzengefühl ist ein ganz wichtiger Punkt und Kunden möchten sich angenommen fühlen. 

Wie handhabst Du das mit Deinen angehenden Kunden? Welche Erfahrungen hast Du gemacht? Sicherlich gibt es die eine oder andere interessante und vielleicht auch lustige Erfahrung. Ich freue mich auf Deine Antworten.

Deine Tina 

#Werbung

Wir danken Raphaela Niewerth von Hundeschulkonzepte für Ihren Gastbeitrag:

Als Hundetrainer/in bist Du meist selbstständig tätig. Das macht in der Regel sehr viel Freude, denn es können die Projekte, die einem am Herzen liegen nach vorne gebracht werden und andere können ein wenig vernachlässigt werden. Und genau dort liegt auch „der Hund begraben“, wie es so schön heißt. Am besten funktioniert Deine Hundeschule nämlich, wenn es rund läuft. Und das meine ich genau so, wie ich es sage. Um das zu verdeutlichen, stelle es Dir wie ein Rad vor. Je ausgeglichener alle Bereiche sind, desto runder läuft es.

So geht´s!

Markiere mit einem schwarzen Stift, wie Du die aktuelle Situation in den einzelnen Bereichen in Deiner Hundeschule einschätzt. Gerne kannst du es auch für andere Bereiche in Deinem Unternehmen nutzen, zum Beispiel dann, wenn Du zusätzlich einen Gassiservice hast. Markiere dann in zwei verschiedenen Farben, z.B. schwarz für Hundeschule und blau für den Gassiservice.

WERBUNG
Überprüfe einmal, wie es um Deine Werbung bestellt ist. Welche Tools nutzt du? Wichtig ist vor allen Dingen zu schauen, ob die ergriffenen Maßnahmen zu Deiner Zielgruppe passen. Ist Deine Zielgruppe eher wenig auf Facebook unterwegs, kannst Du Dir Werbeanzeigen auf dieser Plattform sparen. Vielleicht lesen sie eher Zeitung oder stecken sich einen Flyer beim Tierarzt ein. Versuche, Dich in ihre Lage zu versetzen oder mache eine Umfrage in Deiner Kundschaft. Frage gezielt die Personen, die Du als Traumkunden empfindest. Bist Du der Meinung, Deine Werbung ist optimal und fokussiert, kannst Du einen Punkt im grünen Bereich machen. Ist sie gut, aber noch ausbaufähig, markiere die Stelle im gelben Bereich.

AUSRÜSTUNG
Was denkst du über Dein Equipment in der Hundeschule? Ist alles sauber und gepflegt? Könntest Du Dir vielleicht mal wieder etwas Neues gönnen? Wenn die Hundespielzeuge schon seit Jahren nicht gewaschen wurden, ist es vielleicht mal wieder an der Zeit. Setze Deine Markierung ehrlich.

GEWINN
Verdienst Du soviel Geld, wie Du zum Leben benötigst oder könnte es etwas mehr sein? Jeder sollte von seinem Job leben können. Falls dem nicht so ist, setze Deinen Punkt im gelben oder vielleicht sogar im roten Bereich und verändere etwas.

WEITERBILDUNG
Bist Du auf dem neuesten Stand? Besuchst Du regelmäßig Weiterbildungen? Damit sind nicht nur solche im Bereich der Kynologie gemeint. Auch Marketing, Buchführung und Videobearbeitung, um nur einige zu nennen, sind wichtig in Deiner Selbstständigkeit.

ANGEBOT
Damit ist das Angebot Deiner Hundeschule gemeint. Ich denke, dass es nicht so wichtig ist, unglaublich viel anzubieten. Für mein Empfinden ist die Qualität der einzelnen Angebote viel entscheidender. Sind die Kurse gut strukturiert? Bekommen Deine Kunden am Ende ein passendes Handout?

ÖRTLICHKEIT
Der erste Eindruck zählt. Es ist nicht wichtig, den optimalen Platz mit Halle zu besitzen. Auch, wenn das natürlich der Traum eines jeden Trainers wäre. Wichtig ist hingegen, dass alles, was darauf steht, einen gepflegten Eindruck macht. Rasenkanten sollten geschnitten und Löcher in den Zäunen geflickt werden. Sorge für liebevolle Details, wie Blumentöpfe und ein kleines Getränkebuffet.

KUNDENBINDUNG
In der Regel ist es viel einfacher, einen Bestandskunden zu reanimieren, als einen Neukunden zu gewinnen. Von ganz alleine funktioniert das jedoch nicht. Du brauchst ein passendes Angebot und natürlich die passende Akquise.

BÜROARBEIT
Es ist wichtig, regelmäßig die Rechnungen zu schreiben und den Steuerordner stets übersichtlich sortiert zu haben. Aufgaben dieser Art gehören nicht unbedingt zu den Lieblingsaufgaben eines Hundetrainers. Dennoch müssen sie erledigt werden. Wo würdest Du an dieser Stelle dein Kreuz setzen?

Je runder Dein Rad, desto besser läuft Dein Unternehmen. Es ist nicht notwendig, dass du in allen Segmenten im grünen Bereich bist. Ungünstig wäre jedoch, in einem Bereich im äußeren grünen Bereich zu sein und sich in einem anderen Segment im roten oder gar grauen Bereich zu sehen. Wenn Du diese Übung absolviert hast, kannst Du im nächsten Schritt versuchen es anzupassen

Raphaela Niewerth

Hundeschulkonzepte

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