Auslastung des Hundes auf dem Spaziergang - Hund macht Übung auf einem Baumstamm

Es ist Mittwochmorgen und ich sitze in meinem Büro und verfasse diesen Blog-Beitrag, während Frau Meier tief und fest neben mir schnarcht. „Was …?“, fragst Du Dich jetzt sicher. Die schnarcht morgens um diese Zeit schon wieder? Hat sie denn die ganze Nacht wach gelegen und diese zum Tag gemacht? Die Antwort lautet: „Nein, hat sie nicht.“ Und um auf die vorherige Frage zurück zu kommen: „Ja, Frau Meier schnarcht um diese Zeit tatsächlich schon wieder, denn wir hatten eben einen ganz tollen, auslastenden Spaziergang, der sie richtig müde und zufrieden gemacht hat.“

 

Nicht einfach „nur“ Gassi …

Frau Meier und ich haben heute früh schon eine große Runde durch Wald und Feld gedreht. Unser schönes Großenkneten im Norden Deutschlands hat nämlich ganz wunderbare Ecken, die nur darauf warten, von uns entdeckt zu werden ;-). Wenn wir losziehen, die Dicke und ich, dann nehme ich mir explizit Zeit für sie. Das ist unsere Zeit – Mädelszeit sozusagen.

Mein Handy bleibt in der Tasche, ich schalte alle Gedanken aus und lebe für knapp eine Stunde im Hier und Jetzt, genauso wie unsere Hunde es ihr ganzes Leben lang tun. Schließlich denken Hunde nicht an gestern oder planen die Zukunft – sie nutzen die Zeit, die sie haben: Hier und jetzt! Und soll ich Euch mal was sagen? Das tut SO gut.

Wenn die Außenwelt, sämtlicher Terminstress und alles, was mir sonst noch so im Kopf schwirrt, ausgeschaltet ist, habe ich nur Zeit für Frau Meier. Und wir erleben etwas Tolles zusammen! Wir gehen nicht einfach „nur“ Gassi, sondern bei solchen Spaziergängen geht es um viel mehr als das, nämlich um unsere Beziehung, Bindung und um Dinge, die wir zusammen erleben. Es ist kein einfaches nebeneinander Herlaufen, sondern wir machen auf „unseren“ Spaziergängen viele tolle Dinge, die uns einander näherbringen. 😊

 

Was machen wir auf unseren Spaziergängen?

Schlichtes nebeneinander her traben ist es jedenfalls nicht. Ich fasse Dir im Folgenden einmal ein paar Dinge zusammen, die ich und Frau Meier in unserer „Quality Time“ so machen. Vielleicht dient es Dir als Anregung, den Spaziergang mit Deinem Hund spannender (und auslastender – Frau Meier schnarcht ja jetzt nicht umsonst … 😉) zu gestalten.

  1. Baue einfache Alltagsübungen mit in Deinen Spaziergang ein. Fordere immer mal wieder – je nach Trainingsstand – ein Sitz oder Platz in verschiedenen Situationen.
  2. Belohne immer mal wieder, wenn Dein Hund Dich anschaut. Hier schulst Du auch direkt die Orientierung an Dir.
  3. Verliere unterwegs „zufällig“ ein Leckerchen, wenn Dein Hund gerade abgelenkt ist und finde es im Anschluss ganz erstaunt und hocherfreut. Natürlich darf Deine Fellnase den Keks dann essen und denkt sich dabei „Hey, mein Mensch! Was der alles tolles findet …“
  4. Suche Dir einen Baum mit Rinde, die viel Struktur aufweist. Lasse Deinen Hund absitzen- oder liegen, während Du weiche Leckerchen in die Baumrinde drückst. Zurück beim Hund fordere einen Blickkontakt ein und schicke ihn dann zum Baum: Leckerlis erschnüffeln! Bäume eignen sich übrigens auch hervorragend, um sie zu umrunden, das macht Deinem Hund, hat er es erst verstanden, sicher sehr viel Spaß.
  5. Ist ein liegender Baumstamm in der Nähe (okay, bei Frau Meier muss ich immer nach richtig dicken Bäumen Ausschau halten 😉), dann lasse Deinen Hund drüber balancieren. Auch kannst Du ihn auffordern, drüber zu springen. Ebenfalls kann ein Spielzeug oder Leckerchen auf die eine Seite des Baumstamms gelegt werden, während Dein Hund auf der anderen Seite warten muss. Nach der Freigabe muss Dein Hund den Baumstamm somit erst überspringen, ehe er sein gewünschtes Objekt bekommen kann.
  6. Häufig gibt es in Wäldern abgesägte Bäume, deren Stümpfe noch in der Erde stecken. Benutze sie als Plattform und lasse Deinen Hund draufklettern. Oben angekommen kann er Sitz/Platz/Steh oder einen Wechsel aus all diesen Signalen machen. Auch ein Pfötchen gibt er Dir sicherlich sitzend gerne – aber hast Du schon mal ausprobiert, ob er das auch im Stehen macht?
  7. Begegnet Ihr auf Eurem Weg einer Parkbank, lasse Deinen Hund draufspringen. Auch (je nach Hundegröße), ist ein drunter durchkriechen möglich. Ganz geübte Teams schaffen es vielleicht sogar, dass der Hund die Bank umrundet. Hier liegt der Teufel im Detail für den Hund: Die Bank, auf die er eben draufspringen sollte, soll er jetzt umrunden? Hier ist Nachdenken gefragt.
  8. Versuche Deinem Hund beizubringen, die Leine zu tragen. Dies kannst Du machen, machen, wenn er angeleint ist, aber auch, wenn er frei läuft.

Na, bist Du auf den Geschmack gekommen, auch einen spannenden, abwechslungsreichen Spaziergang zu machen? Dein Hund wird sich freuen und durch solche Spaziergänge nicht nur körperlich, sondern auch kognitiv recht gut ausgelastet sein … und vielleicht sogar schnarchen wie Frau Meier?

Wie gestaltest Du Deine Spaziergänge?

Ich freue mich von Dir zu lesen,

Deine Tina

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