Blutegeltherapie - Blutegel angewendet auf menschlicher Hand

Für alle, die unseren Newsletter letzten Monat verpasst haben, hier noch einmal zum Nachlesen der Beitrag unserer Karina aus der Rubrik „Schon gewusst“.

Hab ein schönes Wochenende!

Lieben Gruß, Deine Tina

 

Newsletterbeitrag Februar 2020, Karina Joseph:

Hirudinea – der Egel

Heute möchte ich mal etwas über Blutegel schreiben. Meist werden die kleinen Würmer als eklig und glitschig beschrieben, aber sie leisten sowohl in der Humanmedizin als auch in der Tiermedizin gute Dienste. Rheuma, Thrombosen und Arthrose sind nur einige der vielfältigen Einsatzgebiete. Ich habe schon mehrfach in meinem Bekanntenkreis gehört, dass sich jemand mit Blutegeln behandeln lässt. Dass auch bei Tieren, und eben auch bei unseren Hunden, Blutegel eingesetzt werden, war mir aber neu.

Man geht davon aus, dass der Blutegel am Anfang des Saugvorgangs schmerzstillende Substanzen in das Blut und das Gewebe seines „Opfers“ abgibt. In der Folge kommen weitere Stoffe hinzu, die z. B. gerinnungshemmend wirken. So können unter anderem Entzündungen eingedämmt und die Durchblutung gefördert werden. Erfahrungsgemäß lassen sich Hund, Katze und Co. den kleinen Biss des Egels gefallen und versuchen nicht, ihn zu entfernen, so als wüssten sie, dass er ihnen Hilfe verschaffen kann. Dabei wird der Egel an der kranken Körperregion angesetzt, wobei er sich dann selbst die ideale Stelle sucht. Der Saugvorgang variiert zwischen 60 und 90 Minuten.

Für die Blutegeltherapie kommen medizinische Egel zum Einsatz, die in speziellen Betrieben extra dafür gezüchtet und vertrieben werden. Ein solcher Betrieb ist die Biebertaler Blutegelzucht GmbH, auf deren Homepage ich auch all die interessanten Informationen gefunden habe.

Bereits seit einigen Jahren werden Blutegel vom Gesetzgeber als Fertigarzneimittel anerkannt. Der Biss an sich kann wohl mit einem Mückenstich oder dem Berühren einer Brennnessel verglichen werden. Es lassen sich in den Speicheldrüsen der Tierchen keine Krankheitserreger finden und – man glaubt es kaum – der Blutegel kann von einer Mahlzeit bis zu zwei Jahre leben.

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