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Hunde sind passionierte Jäger. Es steckt Ihnen im Blut oder besser gesagt in den Genen. Natürlich spielen auch die gemachten Erfahrungen eine große Rolle. Denn der Erfolg entscheidet letztlich über seine Motivation. Mit Erfolg meine ich aber nicht nur das „Fangen“ einer Beute, sondern auch schon das Wittern und Hinterherlaufen bringen Deinen Hund in Fahrt. Der Körper schüttet u. a. jede Menge Dopamin aus, das den Hund motiviert, weiter zu machen. Die Frage ist nur: bis wohin?!

Viele Hunde sollen eben nicht wildern, tun es aber dennoch das eine oder andere Mal, wenn sie ohne Leine unterwegs sind, sie ihre Chance erkennen und zufälligerweise ein Reh in einigen Metern Entfernung aufstöbern. Was also nun tun?!

Vorab: Jagdverhalten ist genetisch fixiert. Aus einem Jagdhund machen wir keinen „Anti-Jagdhund“. Seine Bereitschaft wird – je nach Hunderasse, Zuchtwunsch und Persönlichkeit – immer vorhanden sein. Damit musst Du als Hundehalter rechnen. Selbst, wenn Du entspannt schon seit Monaten mit Deinem Hund ohne Leine durch den Wald gehen kannst, kann es sein, dass er an Tag X genau DAS Tier wittert, dass ihn heute zum richtigen Zeitpunkt motiviert, loszusprinten. Der Satz „Das hat er ja noch nie gemacht…“ ist hier also nicht angebracht.

 

Was kannst Du tun, um Deinem Hund das unerwünschte Jagdverhalten abzutrainieren?

Nun müssen wir schauen, wie wir den Hund besser beschäftigen, anstatt dass er einem anderen Tier hinterherläuft:

  • Tipp 1: Beschäftige Dich mit Deinem Hund und stelle Eure Beziehung in den Mittepunkt Eures Spaziergangs. Vielen Hunden fehlt das Wissen darum, dass es eigentlich von Dir gewünscht ist, den Spaziergang gemeinsatt zu genießen, statt nur „nebeneinander“ herzulaufen. Nutzt die Zeit, um Eure Beziehung aufzupeppen. Wie genau? Spiel mit Deinem Hund, am besten eignet sich ein Sozialspiel. Durch Berührungen und Entspannung förderst Du – sowohl bei Deinem Hund, als auch bei Dir selbst – die Ausschüttung des Hormons Oxytocin. So bringst Du Deinen Hund dazu, sich zu entspannen und lenkst ihn gleichzeitig ab, indem Du den Fokus auf etwas Tolleres legst– nämlich Euch!
  • Tipp 2: Der Rückruf sollte sitzen. Jeder Hund sollte auf ein Signal hin sicher abrufbar sein, wenn der Wunsch besteht, ihn frei laufen zu lassen. Trainiere den Rückruf intensiv. Zeig Deinem Hund, dass es etwas ganz Tolles ist, wenn er zu Dir kommt und belohne ihn so, als hätte er den Friedensnobelpreis bekommen. Dadurch kann er verstehen, was Du willst. Oft wird der Rückruf zwar trainiert, nicht jedoch unter Ablenkung! Bedenke, dass Dein Hund alle Signale in verschiedenen Situationen generalisieren muss. Das muss er lernen. Hilf ihm dabei!
  • Tipp 3: Überlasse nichts dem Zufall oder der persönlichen Tagesform. Wenn Dir Dein Bauchgefühl bei Deinem frei laufenden Hund mitteilt, dass er heute nicht in den Freilauf gehört, weil er nicht abrufbar ist, dann nimm ihn sicherheitshalber an die Schlepp- oder normale Führleine. Dein Hund wird aufgrund des Kontextes schnell wissen, dass er an der Leine zurückkommen muss, wenn Du was sagst und er nicht weglaufen kann. Ohne Leine sieht das aber anders aus. Er kann weglaufen, weil es geht und vermeintlich auch kein Widerspruch entsteht. Deine verdickte Pulsschlagader zählt für ihn in diesem Augenblick nicht… ;-). Um Deinem Hund hier also keine ungewünschten Jagderfolge zu gönnen, die Dir Deinen Abruf erschweren, solltest Du ihn immer unter Kontrolle halten, wenn Du Dir nicht sicher bist oder Dich selbst auch nicht gut fühlst.

 

Du willst mehr?

Kein Problem! Schau Dir mein Webinar nächste Woche dazu an. Ich freue mich schon auf Dich! Zwei Stunden widmen wir uns dem Thema Jagdverhalten – und vor allem, was Du sinnvoll und tierschutzkonform dagegen tun kannst. Ich freue mich auf Dich! Folge dem Link und melde Dich gleich an:

Schreibe mir auch gerne in die Kommentare, wie Ihr (Du und Dein Hund) Euch den wilden Jagdverführungen stellt.

Also, viel Spaß beim Training – und wir sehen uns im Webinar! Ich freue mich auf Dich!

Alles Liebe

Deine Tina :-)

5 Punkte, die Du bei einer Leinenaggression abfragen solltest, bevor Du das Training beginnst.

 

Viele Hunde leiden unter einer sogenannten „Leinenaggression“. Für den Hundehalter ist dies meist eine sehr stressige Situation und er sucht Rat bei uns Trainern.

Um trainieren zu können, müssen jedoch zuerst einige Basics erfragt und herausgefunden werden, da die Ursache einer Leinenaggression immer verschieden sein kann – übrigens auch bei einem Hund in unterschiedlichen Situationen. Es gibt nicht nur den einen Grund, weshalb ein Hund an der Leine Aggressionsverhalten zeigt.

Geh mit mir die folgenden 5 Punkte durch, um der Ursache „Leinenaggression“ auf den Grund zu gehen:

 

  1. Möchte der Hund zum auslösenden Reiz hin oder möchte er davon weg?
    Was ist das Bedürfnis des Hundes? Kommt dem Hund ein anderer entgegen, beschreiben Hundehalter oft, dass der Hund knurrt und bellt. Finde heraus, ob es um das Bedürfnis „Kontaktaufnahme“, also zum Hund hin, geht – oder um das Gegenteil, nämlich eine Distanzvergrößerung und somit um die Vermeidung von Kontakt. Hinter beidem steht eine unterschiedliche Motivation, als auch ein unterschiedliches Gefühl des Hundes. Dies ist für Dein später angedachtes Training von Bedeutung.

 

  1. Steht die Leinenaggression ist Zusammenhang mit dem Hundehalter?
    „Stress läuft die Hundeleine herunter“, heißt es so schön. Hunde nehmen die Stimmung ihres Herrchens war, dazu bedarf es keine weiteren Hilfsmittel. Durch den gemeinsamen Kontakt (die Verbindung über die Leine) nimmt der Hund jedoch den Stress, als auch kleinste unbewusste Bestätigungen und Handlungen (beispielsweise über die Hand) wahr. Dies bedeutet, dass eine Aggression in Zusammenhang mit dem Hundehalter an der Leine – je nach Typus Hund und Mensch – stärker oder schwächer ausfallen kann. Für Deine Analyse ist es aber wichtig, dass Du das herausfindest. Die große Frage ist also: Welche Rolle spielt Dein Kunde bei der Leinenaggression?

 

  1. Was ist der genaue Auslöser?
    Es müssen nicht immer „der ganze Hund“, nur Rüden oder nur Hündinnen sein. Oft sind die Auslöser viel kleiner. Das erkennst Du beispielsweise daran, dass der entgegenkommende Hund über eine gewisse Distanz lange gut ausgehalten wird und einige Hunde überhaupt kein aggressives Verhalten zeigen, obwohl sie „den ganzen Hund“ bereits einige Zeit lang sehen. Das unerwünschte Verhalten beginnt vielleicht erst, wenn der Hund eine kritische Distanz unterschreitet, sein eigenes Verhalten verändert oder seine Mimik anders einsetzt. Das allein könnten schon Triggerpunkte sein, weshalb sich Dein Kundenhund plötzlich anders verhält.

 

  1. Spielen andere Ressourcen eine Rolle?
    Viele Hundehalter möchten ihren Hund gerne ablenken und nehmen als Notfallmaßnahme einen Ball auf den Spaziergang mit. Sie möchten ihren Hund auf andere Gedanken bringen und ihn so von dem anderen Reiz ablenken. Bei vielen passiert jedoch das genaue Gegenteil – der Hund rastet noch mehr aus. Hier spielen Ressourcen eine wichtige Rolle und Du solltest überprüfen, ob der Kunde diese richtig einsetzt bzw. ob sie überhaupt Sinn ergeben. Denn schnell kann sich der Hund Sorgen machen, warum Frauchen gerade im schlimmsten Fall, nämlich bei Sichtung des Erzfeindes, das Lieblingsspielzeug herausholt. Schließlich könnte dieser es ja wegnehmen…

 

  1. Wichtige Frage: Wie geht es dem Hund – und dem Hundehalter – in der Situation, wenn der Hund pöbelt?
    Das Ausdrucksverhalten und die Gefühlswelt sollten von Dir klar definiert worden sein, bevor Du eine vorläufige Diagnose stellen und das Training beginnen kannst.

 

Erzähle mir von Deinen Erfahrungen! Oft ist es so, dass die Analyse drum herum länger dauert, als das eigentliche Training. Ist es bei Dir auch so?

Alles Liebe und einen guten Start in die Woche!

Deine Tina

Auf nach Marktheidenfeld zum Training vor dem Training…

Auf ging es, quer durch Deutschland. In Marktheidenfeld hatten wir bei unserer lieben Dozentin Janine Peischl in den letzten zwei Tagen einen tolles Seminar. An ihrem Standort (Schnüffel’s, Kreuzbergstraße 5, 97828 Marktheidenfeld) konnten wir viele Fragen rund um ein stressfreies Hundetraining klären. Wir waren eine nette kleine Gruppe und hatten eine super Veranstaltung rund um das Thema „Das eigentliche Training beginnt schon vor dem Training“. Es waren tolle Teilnehmer und Hunde dabei. An Janine ein großes Dankeschön, dass alles wieder so fantastisch organisiert wurde.

Viele fragen mich immer: „Was macht Ihr in dem Seminar, das so einen merkwürdigen Namen hat?“ Gerne bringe ich Licht ins Dunkle. Entstanden ist dieses Seminar, weil ich festgestellt habe, dass sich Hundetrainer oft auf die eigentlichen Inhalte der Trainingsstunde konzentrieren. Das ist natürlich sehr gut und auch sicher gewünscht. Allerdings fällt mir immer und immer mehr der Nebenschauplatz auf. Dieser lässt sich zu 40 % optimieren und erleichtert Dein Training ungemein, wenn Du diesen Schauplätzen Beachtung schenkst.

Was machen wir vor dem Training denn alles so?

  • Sind die Trainingsbedingungen wirklich gut? – Und damit meine ich nicht den Teil, in dem wir den Kunden drauf aufmerksam machen, dass er in einer reizarmen Umgebung trainieren soll.
  • Wie kommt der Kunde auf dem Platz an?
  • Wie genau ist seine Fütterungsposition?
  • Weiß der Kunde, was ich mit Timing meine? Oft weiß er es nicht, auch wenn bereits darüber gesprochen hatten.
  • Sind Halter und Hund impulskontrolliert? Was mache ich, wenn nicht?
  • 1000 Fragen mehr…
Das eigentliche Training beginnt schon vor dem Training

Achte als Trainer schon vor dem Training auf das Verhalten Deines Kunden und dessen Hundes.

Und wie lösen wir die Probleme, die neben dem Training noch so entstehen?

Tja, hier bleibt nichts anderes zu tun, als die Teilnehmer ins kalte Wasser zu schubsen. Mit den eigenen Hunden wird nun eine Trainingsstunde absolviert, wie sie in Hundeschulen abläuft. Das Ganze wird gefilmt und dann geht es ans

  • Eingemachte:Warum hast Du so gestanden, wie Du standest? Und was ist die Konsequenz daraus?
  • Warum hat der Kunde den Arm links anders als rechts gehalten, als er auf den Platz kam?
  • Warum zeigt der Hund jetzt Stressanzeichen? Was macht dies mit ihm?
  • … und zig Kleinigkeiten mehr… schließlich steckt der Teufel im Detail.

Danach bleibt es spannend. Denn dann kreieren wir die Lösungen für das passende Training. Was können wir optimieren, um den Hund besser und entspannter Lernen zu lassen? Was sind unsere Kriterien und Werte? Was macht Spaß und bringt Erfolg und was fliegt in Zukunft raus?

Somit kannst Du Dir gut vorstellen, dass die Hunde abends gut müde sind und die Teilnehmer neue Werkzeuge erhalten, um ihre Kunden zu unterstützen.

Dieses Seminar ist eines meiner Lieblingsseminare. Wir arbeiten über zwei Tage mit den Wünschen und Gegebenheiten der Teilnehmer.  Einmal, um das Auge zu schulen, aber auch um die klassischen Probleme zu lösen, die eben nicht im Training, sondern aufgrund des Nebenschauplatzes entstehen.

Das Seminar ist in seiner Art einzigartig und ich liebe es, die Teilnehmerwünsche mit einzubauen und Lösungen zu stricken, die immer individuell auf den Hund, den Halter und den Trainer angepasst sind.

Mein Trainingstipp für Dich:

Eine kleine Trainingsaufgabe schon mal für Dich und Deine Hundeschule:

Beginne das Training nicht erst, wenn der Halter Dich begrüßt. Starte Du selbst schon, sobald Du ihn siehst. Beobachte, wie er mit seinem Hund umgeht, wenn er ihn aus dem Auto holt.

  • Wirkt der Halter anspannt?
  • Ist er entspannt?
  • Wie ist der Hund drauf?
  • Gibt es eine fließende Kommunikation zwischen beiden?
  • Erkennst du nur durch Beobachtung, ob Dein Kunde wirklich entspannt ist oder ob er doch ein Stresspaket mitbringt?

Sprich Deinen Kunden auch gerne an und nimm diese Beobachtung mit in Deinen Unterricht. Du merkst, dass es Dir nach einiger Zeit immer leichter fällt, Deinen Kunden richtig einzuschätzen und das aktuelle Training flexibel danach auszurichten.

Ich wünsche Dir viel Spaß!

Deine Tina :-)