B.A.R.F. Hundenapf gefüllt mit rohem Fleisch und Gemüse

Kürzlich fragte mich eine frisch gebackene Hundetrainerin in Ausbildung, wie die Frischfleischfütterung B.A.R.F. bei Hunden genau funktioniert und was man füttern sollte, um den Hund optimal beim „Barfen“ mit allem, was er braucht, zu versorgen.

 

Was ist B.A.R.F. genau?

Grob gesagt ist B.A.R.F. eine Ernährungsform, bei der Du Deinen Hund – wie die Übersetzung bereits sagt – mit Knochen und rohem Fleisch fütterst. Ganz so simpel ist es aber leider nicht, denn um eine optimale Versorgung eines Hundes zu gewährleisten, sollten einige Dinge beachtet werden. Die B.A.R.F.-Ration sollte gut auf den Hund abgestimmt sein und aus Muskelfleisch, evtl. Fisch, Pansen/Blättermagen, Innereien, rohen fleischigen Knochen und Gemüse/Obst sowie etwas Öl bestehen. Zusätzlich gibt es diverse Zusätze, die mit ins Futter dürfen, aber nicht zwangsläufig müssen.

 

Die Futtermenge

Die Futtermenge, die Dein Hund braucht, errechnest Du prozentual zu seinem Körpergewicht. Je nach Alter, Rasse und Aktivität Deines Hundes kann dies ziemlich unterschiedlich sein. Bedenke, dass die Futtermenge immer individuell ist und jeder Hund das Futter anders verstoffwechselt – der eine braucht mehr, der andere weniger – wie bei uns Menschen.

 

Das Muskelfleisch und der Fisch

Ungefähr die Hälfte von dem, was im Hundenapf landet, sollte Muskelfleisch sein. Bei der Zusammensetzung der Barfmahlzeit ist es sinnvoll auf mehrere unterschiedliche Fleischsorten zurückzugreifen. Diese brauchst Du Deinem Hund nicht alle jeden Tag geben, jedoch sollte sich innerhalb eines Monats der Speiseplan immer ein wenig wandeln. So kannst Du über den Monat verteilt beispielsweise Rind, Lamm und Pferd füttern oder auch Huhn, Pute und Reh. Viel wichtiger als die vielleicht täglich wechselnden Fleischsorten, ist der Fettgehalt im Muskelfleisch. Für einen normalgewichtigen und gesunden Hund sollte es nicht zu mager sein, für einen Hund, der vielleicht etwas empfindlich reagiert, nicht zu fettig.

Auch Fisch zählt bei der Zubereitung einer B.A.R.F.-Ration als Muskelfleisch und sollte – sofern es Dein Hund mag – einen Platz im Speiseplan finden. Hier ist zu beachten, dass die meisten Fischsorten (beispielsweise Seelachs) sehr fettig sind. So ist es manchmal eine gute Option, an „Fischtagen“ mageres Rind oder Pute zu kombinieren, damit das Ganze nicht zu fettig wird und im schlimmsten Fall mit Bauchweh und Verdauungsstörungen endet.

 

Pansen

Pansen gehört ebenso mit ins B.A.R.F.-Futter Deines Hundes. Hier kannst Du durchweg eine Sorte (z. B Rinderpansen) nehmen, jedoch freut sich Dein Hund sicher auch über etwas Abwechslung in Form von Lammpansen oder Blättermagen.

 

RFK – Rohe, fleischige Knochen

Nicht verzichten solltest Du bei der Fütterung Deines Hundes auf rohe, fleischige Knochen – kurz RFK genannt. Darunter kannst Du Dir Hühnerhälse, Putenhälse, Rinderknorpel und auch solche Dinge wie Lammrippen vorstellen. Diese Komponenten sind wichtig, um Deinen Hund gut mit Calcium zu versorgen. Solltest Du die Knochen nicht gewolft füttern, tut es obendrein den Zähnen Deines Hundes gut, mal ordentlich beansprucht zu werden. Achte bitte darauf, dass Du keine tragenden Knochen von großen Tieren verfütterst. Ein Rinderbein beispielswiese wäre zu hart und die Zähne Deines Hundes könnten Schaden nehmen.

 

Innereien

Bei den Innereien eignet sich die Fütterung von Leber, Niere, Milz, Lunge und Herz. Es gibt schon ganz tolle Innereienmischungen zu kaufen.

 

Gemüse/Obst

Gemüse und Obst sind ein wichtiger Lieferant von Ballaststoffen und somit wichtig für die Verdauung. Sie sollten im Futter Deines Hundes deshalb nicht außer Acht gelassen werden. So ist es gut, wenn sich im Napf eine gute Portion Gemüse und Obst befindet. Bitte beachte jedoch den in Obst enthaltenen Fruchtzucker. Es ist gut, Obst und Gemüse zu pürieren, um die Zellwände zu durchbrechen und die Inhaltsstoffe für Deinen Hund verfügbar zu machen. Achte darauf, dass Du auf Sorten verzichtest, die für Hunde schädlich sind –beispielsweise Nachtschattengewächse wie Tomaten. Gern genommen werden hingegen Möhren, Gurken, Salate, Pastinake, Zucchini, Äpfel, Bananen, Birnen uvm.

 

Öle/Zusätze

„On Top“ auf die B.A.R.F.-Mahlzeit für Deinen Hund empfehle ich ein gutes Öl, beispielsweise Leinöl oder Lachsöl, aber auch andere hochwertige Öle kommen in Frage. Fütterst Du keinen Fisch, wäre die regelmäßige Gabe von Lebertran (beispielsweise Dosch-Lebertran) eine gute Alternative. Für eine gute Jod-Versorgung eignet sich Seealgenmehl.

Barfst Du Deinen Hund? Mit welchen Fleischsorten kannst Du bei Deinem Hund punkten? Was ist seine Lieblingskombination und … hast Du Veränderungen bei Deinem Hund festgestellt, seitdem Du ihn barfst? Berichte mir gerne, ich bin gespannt!

Liebe Grüße

Deine Tina

2 Kommentare
  1. Marion otto sagte:

    Hallo ihr Lieben ich habe eine Frage diese Diskussion zwischen Barf Feuchtfutter Trockenfutter und so weiter gehört das mit zum Ausbildungsprogramm des Ernährungsberaters? Liebe Grüße Marion

  2. Kristina Ziemer-Falke sagte:

    Liebe Marion,
    vielen Dank für Deine Nachricht und Dein Interesse an unserer Ausbildung zur/m Ernährungsberater/in. Ja, genau – im Rahmen dieses Ausbildungsgangs beschäftigen wir uns mit dieser Thematik und auch mit vielen weiteren mehr. Hier unsere Ausbildungsinhalte einmal kurz aufgeführt:
    Ernährung
    Anatomie und Physiologie des Magen-Darmtraktes
    Geschichte des Hundefutters
    Trockenfutter
    Dose
    Rohfütterung
    Krankheiten und Linderung durch Ernährung
    Nährstoffe
    Wie mache ich eine Futtermittelanalyse, wie berate ich Kunden? Wie erstelle ich Ernährungspläne?
    Vertrieb
    Phytotherapie
    TCM
    Verhalten
    Ausführliche Infos kannst Du auch gerne hier nachlesen: https://www.ziemer-falke.de/ernaehrungsberater-fuer-hunde/#toggle-id-1
    Bei weiteren Fragen melde Dich sehr gerne. Unser Backoffice-Team steht Dir unter 04435 9705990 auch sehr gern für eine telefonische Beratung zur Verfügung.
    Ganz liebe Grüße und ein schönes Wochenende, Tina

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