aufbautraining

13. Oktober 2016 // Woche 20

Hallo ihr Lieben,
wir sind es wieder!

Einmal den Mund nicht gehalten: Böser Fehler. Nur ein einziges Mal habe ich erwähnt, dass ich einen Hundetrainer-Kurs mache und schon geht die Fragerei los. Dabei bin ich gerade im Aufbautraining.

Eigentlich-Hunde

Es gibt, stelle ich fest, jede Menge Eigentlich-Hunde. Die eigentlich alles können, aber manchmal eben nicht wollen. Die alle Menschen lieben, aber manche Kinder nicht. Die eigentlich gut an der Leine laufen, aber ab und zu tobend ihre Leute mitzerren. Und immer folgt dann die Frage: „Was macht man da?“ Ich murmele was von Ursachenerforschung, von Reizannäherung, bekomme in der Regel sofort die Antwort „Das haben wir alles schon gemacht, aber es hilft nichts“ und dann der erwartungsvolle Blick, dass jetzt ein Patentrezept folgt. Gut, dass ich gerade das letzte Kapitel von Lektion 6 durchgekaut habe und genauso patent antworten kann…..“ist sicher noch im Aufbautraining.“ Dafür nämlich bin ich in den Augen der Fragenden nicht zuständig. Ich bin die mit dem genialen Rezept gegen jegliches unerwünschte Verhalten der Eigentlich-Hunde. Dadurch bleibt mir nur die Ausflucht in ein „So weit bin ich noch nicht“, die seltsamerweise jeden befriedigt. Mich auch, denn ich traue mir zu, einem Welpenbesitzer beiseite zu stehen, aber wirklich nicht, die Probleme anderer zu lösen, von denen ich nicht mehr weiß, als dass der Hund eigentlich…

Ich probiere das Aufbautraining

Das Aufbautraining probiere ich natürlich sofort an meinen zweien aus. Beim Sitz klappt alles, fremder Ort, Arme fuchteln, durch die Luft hüpfen, es nebenbei dem Hund zuwerfen. Das Bleib geht auch. Kann ich abhaken. Fuß gehen hat schon vorher nur bedingt funktioniert. Da sind beide offenbar noch im Aufbautraining oder besser: Da bin ich noch im Aufbautraining. Ich habe zwar selbstverständlich tausend Entschuldigungen für meine Nichtkonsequenz: Zu wenig Zeit, es gibt Wichtigeres, sie rennen halt so gerne…. Aber zugegeben fehlt mir die Geduld, das „Fuß“ wirklich mal durchzuziehen. Wieder mal nehme ich mir vor, es ab sofort in jeden Spaziergang einzubauen. Und leine die zwei prompt vorsichtshalber an, als uns der kleine angeleinte Angsthase aus dem Süden mit seinem nervösen Frauchen entgegenkommt. Und vergesse mal wieder, nach dem Ableinen sofort das „Fuß“ ohne Leine anzuschließen, obwohl die Gelegenheit so günstig ist. Vielleicht werde ich tatsächlich mal ein guter Berater, weil’s ja so einfach ist, die Fehler anderer zu erkennen. Aber bis zum perfekten Erzieher meiner eigenen Hunde ist noch ein weiter Weg.

Mein Fazit

Wir befinden uns alle drei noch im Aufbautraining und damit müssen wir leben. Oder um es, wie man’s ja soll, positiv zu formulieren: Die Liste der Signale, die ich unter „Grundtraining abgeschlossen“ abhaken kann, war vor ein paar Monaten noch leer. Jetzt finden sich da schon ein paar stolze Häkchen.

uschi-birr-profilbild

Name: Uschi Birr

Namen der Hunde: Chica, Cora

Wer bin ich? Hundefreundin, Menschenfreundin, Journalistin

Wäre mein Hund ein Mensch, wäre er…? Chica wäre ein Stille-Wasser-Mensch, der immer seinen Willen durchsetzt. Cora ein Triathlon-Athlet.

Ich liebe Hunde, weil…? Sie mir zeigen, wie toll das Leben ist und wie man es am besten meistert.