aggression

18. Mai 2016 // Woche 13

Hallo ihr Lieben,
wir sind es wieder!

Kapitel 2 von Lektion 3 ist einfach ätzend. Auch nach dreimal Durchgehen komme ich noch nicht wirklich klar mit alle den Aggressionsformen und der Zuordnung. Prompt falle ich beim Quiz durch, nur vier von acht Fragen vollständig beantwortet. Da kommt doch glatt auch bei mir eine gewisse Aggression auf!

Ein komplexes Thema!

Also nochmal das Ganze. Inner- und außerartliche Aggression ist schlüssig, auch die territoriale klingt logisch, obwohl: Woher weiß ich, ob ein Hund, der beim Gassigehen einen anderen verbellt, das wegen territorialer Verteidigung oder zum Distanzhalten tut? Wenn es doch auf seinem täglichen Spazierweg ist? Und, wenn jede der gefühlt 99 verschiedenen Aggressionsformen grundsätzlich auch zu einer umgerichteten Aggression werden kann, wenn es auch noch Mischformen gibt – wie zum Teufel analysiere ich das korrekt? Meine eigene Aggression, klar gerichtet und Ursache durchaus bekannt (Frustrationsaggression), schwillt erneut an. Spaziergang ist angesagt, mit zwei total entspannten (soviel zur Stimmungsübertragung) Hunden.
Mit klarem Kopf und müdem Körper liest und kapiert sich das komplizierte Kapitel leichter. Ich teile die aufgeführten Aggressionen in „Kenne ich“ und „Oha, das gibt’s auch“ auf. Eine Eselsbrücke, die es leichter macht. Wiederholtes Quiz erfolgreich absolviert. Klappe zu, basta. Oder doch nicht?

Aggression gegen Bäume?

Coras seltsame Aggression fällt mir ein. Mein Mädel hasst Bäume. Nicht alle, aber einige. Sie fällt sie regelrecht an. Umgerichtet, schätze ich. Aber woraus umgerichtet? Das erste Mal habe ich gelacht und gestaunt. War das schon die lebenslange Bestätigung? Spielverhalten kann es nicht sein, sie übertreibt ja nicht, sie stellt keine Haare auf und das anfängliche furchterregende Knurren lässt sie längst nicht mehr hören. Jagdaggression? Bekanntlich tun ihr Bäume nicht den Gefallen zu fliehen. Und Stöckchen werfen kennt sie nicht. Territoriale Verteidigung? Kann sein, einer der Bäume ist im Garten. Aber er wird nicht weichen, das kapiert auch Cora. Also Frust, Unterforderung? Sofort packt mich das schlechte Gewissen. Kann eigentlich nicht sein, beide Hunde fordern nicht mehr ein und lassen sich daheim, wenn nicht gerade Intelligenzspiele angesagt sind, hochzufrieden auf ihre Decken fallen. Rudelverhalten? Stimmt schon, sie ist früher mit einem inzwischen gestorbenen Hund spazieren gegangen, der ständig Äste und Zweige aus dem Boden gerissen und zerbissen hat. Aber das ist Jahre her. Und Chica schaut nur verständnislos, wenn meine Krawalltante sich wieder ein Baum-Opfer sucht.

Mein Fazit für heute:

Ein Baum muss auch jetzt herhalten, als ich mit beiden nochmal rausgehe, um mir so einen Angriff ganz genau anzuschauen. Was passiert dabei? Cora wählt ihren Lieblingsbaum, geht gelassen auf ihn zu, beißt zweimal lustlos hinein und trollt sich. Ist ja klar, wenn sie soll, macht sie’s nicht. Oder spürt sie, wie konzentriert ich darauf warte? Ich bin ratlos und hoffe inständig, dass Cora ein Einzelfall ist und mich später mal niemand fragt, der einen ebenso baum-aggressiven Hund hat. Im Geiste füge ich den 99 Varianten eine hundertste hinzu und freue mich auf die nächste Lektion. Komplizierter kann die ja nicht werden.

uschi-birr-profilbild

Name: Uschi Birr

Namen der Hunde: Chica, Cora

Wer bin ich? Hundefreundin, Menschenfreundin, Journalistin

Wäre mein Hund ein Mensch, wäre er…? Chica wäre ein Stille-Wasser-Mensch, der immer seinen Willen durchsetzt. Cora ein Triathlon-Athlet.

Ich liebe Hunde, weil…? Sie mir zeigen, wie toll das Leben ist und wie man es am besten meistert.